Dienstag, 29. November 2011

Die 20 goldenen Regeln der Raumgestaltung

Gibt es die?
Rot macht aggressiv, Blau beruhigt, Querstreifen stauchen ein Zimmer und Längsstrukturen verlängern es. Ein Bad sollte gefliest sein, Laminat ist pflegeleicht, wohngesunde Möbel sehen nach Birkenstock aus und Energiesparlampen sind ökologisch sinnvoll.
Wirklich? Stimmt das? Auch bei Ihnen?
Sie sind dunkelhaarig und deshalb ernst und etwas bösartig? Sie sind blod und deshalb ein naiver Engel? Gemütlich weil dick? Hibbelig weil dünn? Altbacken weil Mama, senil weil 70...?
Genausowenig wie Menschen in kategorisierte Schubladen zu pressen sind, sind es Räume, Farben, Licht und Materialien.
Jeder Mensch ist ein Individuum, geprägt durch seine Gene und Erfahrungen und: er entwickelt sich mit ihnen ständig weiter. Was vor 10 Jahren noch zu Ihnen gepasst hat, kann inzwischen viel zu klein, zu groß oder einfach falsch geschnitten sein. Auch aus Wohnungen, Möbeln und Farben kann man herauswachsen.
Die Räume in denen Sie leben oder arbeiten sollten Ihnen passen wie ein maßgeschneidertes Kleidungsstück, damit Sie sich darin wohlfühlen. Es sind IHRE Räume und IHR Leben.
Sie haben sich verändert - ihr Lebensumfeld sollte es auch tun, um weiterhin zu ihnen zu passen.
Ein Architekt oder Innenarchitekt ist kein Künstler, geboren um sich auf Kosten der Kunden selbst zu verwirklichen. Wenn er seine Aufgabe ernst nimmt, hört er Ihnen zu und hilft Ihnen dabei ein Lebens- oder Arbeitsumfeld zu schaffen, das zu Ihnen, zu ihren Wünschen und Bedürfnissen passt. Nur zu Ihnen. Jetzt.
Ist Ihnen wichtig wie "man" sein sollte? Wie "man" leben sollte? Eine Wohnung zu haben die in Fachzeitschriften abbildbar wäre? Oder ist entscheidend, wer SIE sein und wie SIE leben wollen?
Eben. Sie haben nur das eine Leben.
Haben Sie den Mut Rot zu lieben... Töpfe vom Flohmarkt oder Schuhe zu sammeln... auf flauschige Teppiche zu stehen oder auf ihren uralten Sessel. Die Individualität macht den Charme einer Wohnung aus. Sie sollen sich darin wiederspiegeln, wiederfinden, aufgehoben fühlen - nicht die Redakteurin einer Wohnzeitschrift, ihre Mutter oder ihr Chef.
Eigene Persönlichkeit, Humor und Unperfektheit, Authentizität, Charakterstärke, Cleverness und der Mut auch mal gegen den Strom zu schwimmen, Querdenken und Empathie. Seele.
Das macht Menschen menschlich - und Wohnungen auch.
Nur Mut!

Kommentare:

  1. Schöner Gedankenanstoß. Danke! :)

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  2. Liebe Katja,

    jetzt habe ich deine Seelentupfer auch endlich gefunden und ... ach ja, herrlich zu lesen und so wahr! Danke für diese kleinen Erheiterungen am Morgen!

    Und einen guten Start in die Woche.

    Liebe Grüße

    Katja

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!