Samstag, 20. August 2016

In heaven No. 228 - Insel Poel

Kürzlich erzählte ich davon, wie hart ich mir das Om im Alltag oft erarbeiten muss. Im Urlaub ist das alles etwas leichter. Wenn nach Tagen der ausreichenden Distanz vom Schreibtisch die Anspannung endlich abfällt und bevor sie dann kurz vor Ende wiederkommt, da fliegt das Om bisweilen auch von ganz alleine zu mir, ohne dass es auch nur ansatzweise einer Anstrengung bedüfte. Dann reicht die menschliche Stille, eine Bank und ein Blick über Berge ins Tal, auf eine Wiese, in einen Wald, auf einen Bach oder, wie an diesem Tag - auf das Meer. Und auf einmal ist alles ganz leicht.









Insel Poel . Nordwestmecklenburg . Februar 2016 . Viel zu lange her
 
Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über (oder auch schon etwas zurückliegend) eingefangen habe.
Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken. 
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Donnerstag, 18. August 2016

Katzensuperkraft.

Als ich vor einiger Zeit zu meinem Sohn sagte, dass er Meister darin wäre, andere Menschen in den Wahnsinn zu treiben, wenn ihm langweilig ist, da meinte er lässig zu mir: "Tja Mama, das ist halt MEINE Superkraft." Die Superkraft von Katzen ist eindeutig, sich innerhalb von Sekunden, absolut überall und für fast 23 Stunden pro Tag tiefenentspannen zu können.  Bevorzugt natürlich, indem sie sich auf etwas legen, das man gerade benutzen wollte. In solchen Fällen bin ich dann doch immer etwas neidisch auf unsere Fellmädchen. Ach was, ziemlich neidisch. Wenn sich die Ordner auf meinem Schreibtisch höher und höher stapeln und ich vor lauter Bürokratie Gefahr laufe, den Überblick und die Nerven zu verlieren, dann reicht das zusammen mit der politischen Situation, einer unwillige Amtsmitarbeiterin am Telefon, einem streikender Scanner und einem entspannten Raucher unter meinem Fenster als Initialzündung, um zu explodieren. Gewichtigen Menschen sagt man ja gerne nach, sie wären gemütlich - woher diese seltsame Verknüpfung kommen soll, war mir noch nie klar, denn nein... Langmut, Dickfelligkeit, Geduld und niedriger Blutdruck waren noch nie meine große Superkraft, ich saß schon immer auf einem Pulverfass. Die Basis chillen geht nur weit ab von Arbeit,  Alltag und nervigen Mitmenschen und muss bewusst räumlich und lange genug herbeigeführt werden. Mein persönliches Om ist anstrengend.

Momentan sind die Stapel also hoch, was sich natürlich auch hier auf meinem Blog auswirkt. Ein langer Urlaub könnte helfen, aber manchmal lassen die Notwendigkeiten das eben leider nicht zu, weil getan werden muss, was getan werden muss.
Ab und zu verirrt sich die kleine, schwarze Panikprinzessin auf meinen Schoß unter dem Schreibtisch oder auf meine Schultern und schnurrt mir etwas vor, oder die Tupfenmarie wirft sich respektbefreit quer über meine Arbeit... als wollten sie sagen: Don´t take this so fucking serious. An manchen Tagen würde es mir deutlich besser gefallen, eine meiner Katzen zu sein... oder zumindest ein bisschen von ihrem völlig schuldgefühlbefreiten inneren Hardcore-Bohemien angesteckt zu werden.

Und meine zweifelhafte Superkraft? Nichts, absolut gar nichts ausblenden, den Kopf nie abstellen und meine Gedanken nicht für mich behalten zu können. Segen & Fluch. Ich tausche gerne gegen Tiefenentspannung und ein dickes Fell. Irgend jemand?

Samstag, 13. August 2016

In heaven No. 227 - Hebephrenie

Hebephrenie nannte man früher politisch völlig unkorrekt auch "Jugendirresein" oder "Läppische Verblödung". Sie ist gekennzeichnet durch eine flache, resonanzlose Stimmungslage, depressiv, ohne emotionale Wärme, die jedoch unterbrochen wird von auffallend läppischem Benehmen. Es besteht eine deutliche Unangepasstheit zwischen äußerer Situation und Reaktion, es kommt zu Entscheidungsschwäche, Assoziationslockerungen, Danebenreden bis hin zum unverständlichen Wortsalat, Denkstörungen, Halluzinationen, Hysterie und Wahnvorstellungen. Die Mentalität wirkt realitätsabgewandt, autistisch, gefühlskalt, bizarr und versponnen, wie eine extreme Karrikatur pubertären Verhaltens. Dabei ist den Betroffenen die Verzerrtheit ihres Verhaltens gar nicht bewusst, so dass sie keine Scham wegen ihres unangebrachten Auftretens empfinden. Die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Selbstkritik geht dabei im Verlauf ebenso verloren wie die soziale Kompetenz. 



Was hat das alles mit meinen heutigen Himmelsbildern zu tun? Nichts. Ich war eigentlich auf der Suche nach einem netten Wort für die offensichtliche himmlische Entscheidungsschwäche, wenn sich die Wolken nicht zwischen Klecksen, Wischern, Haufen, Tupfen, Strichen und Verschwurbelungen entscheiden können und deshalb alle einfach wild durcheinanderexpressionieren, wie auf einem Kinderkrippen-Gemeinschaftsbild, bei dem jeder malt was er will.
Gefunden habe ich dabei eine erstaunlich treffende Beschreibung für das seit einem Jahr anhaltende Treiben unzähliger erwachsener Menschen auf deutschen und europäischen Straßen und vor allem in sozialen Netzwerken, wo sie jeden Bericht, in dem das Wort "Flüchtling" oder "Migrationshintergrund" vorkommt oder irgendwie hineininterpretiert werden könnte, im harmlosesten Fall mit dem Kommentar "Danke Merkel!" versehen, im zunehmend häufigeren Fall mit eben genau jenen empathie-, logik- und realitätsbefreiten, hysterischen gedanklichen und verbalen Auswüchsen, die man bei obiger Diagnose erwarten könnte und die mich immer fassungsloser zurücklassen. So kam ich beim Lesen ins Grübeln, ob ein nicht unerheblicher Teil der europäischen Bevölkerung womöglich langsam aber sicher zu Recht pathologisiert werden sollte. Muss. Aus Gründen.
Eine Horde pubertätsirrer Erwachsener mit zunehmender läppischer Verblödung. In den USA das Gleiche... unter einem Toupet vereint. Im Nahen Osten das Gleiche in... Schwarz. In Russland und der Türkei... mir graut. Afrika, Asien... ziehen nach. Ich finde mich in Überlegungen wieder, dass es hier doch mal eine wirklich sinnvolle Einsatzmöglichkeit für Chemtrails gäbe: Neuroleptika weltweit. Wenns hilft.



Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.
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Mittwoch, 10. August 2016

Vespa adé.

1960 träumte noch niemand vom dem Ding, das man Internet nennt. Filme drehten nur Kameramänner, Fotos wurden analog auf Zelluloid aufgenommen und in Laboren entwickelt, und auch Fernseher hatten nur ganz wenige Haushalte. Wenn etwas Aufregendes in der Welt oder der eigenen Stadt passierte, dann konnte man das nicht in Echtzeit und die wachsende Hysterie anheizend live im TV und auf Youtube und Facebook verfolgen, sondern man hörte davon in den Abendnachrichten, las es am nächsten Tag in der Zeitung oder sah es in der offiziellen Wochenschau, die vor dem Kinofilm in Lichtspielhäusern gezeigt wurde. Nachrichten einmal pro Woche und primär lokal - ich glaube, das würde uns auch heutzutage viel besser tun. Als meine Eltern damals heirateten, wurde auch das in der Karlsruher Wochenschau gezeigt. Nicht, weil sie berühmt gewesen wären, sondern weil sie als Vorsitzender und Schriftführerin des Vespa-Clubs nicht in einer Limousine, sondern auf ihren Vespa-Rollern zur Kirche vorfuhren und das damals spektakulär genug für die Wochenschau war. Heute braucht es deutlich mehr für ein Spektakel.




Damals... ist vorbei. Manchmal dauert es trotzdem sehr lange, bis man sich von Dingen lösen kann, die für dieses Damals stehen, für einen wichtigen Teil Familiengeschichte. Für die Gesellenwanderjahre meines Vaters quer durch Europa, das Kennenlernen und die Hochzeit meiner Eltern, für den 60. Geburtstag meines Papas, an dem wir ihm die Vespa seiner Jugend als Geschenk für die Rente zurückbrachten. Fünfzehn Jahre stand das alte Mädchen nun in der Garage, weil ein Ankicken mit künstlicher Hüfte für meinen Papa bald nicht mehr möglich war. Es blieb das Anschauen. 


1954. Irgendwo in Kastilien

Nun gibt es meine Eltern nicht mehr. Nicht mehr hier. Wenn man erleben muss, wie unvermittelt das Leben zu Ende sein kann, dann wird das Leben im Jetzt und Hier auf einmal so ungleich viel kostbarer und das Loslassen von all jenem, was das Jetzt beschwert, wird leichter. Die Erinnerung haftet nicht mehr so stark und schwer an Dingen, sondern lebt in Kopf und Herz. Und dann: die alte Dame ist viel zu  schade, um nur als Projektionsfläche für meine sentimentalen Erinnerungen herumzustehen. Abschied nehmen tut weh. Immer. Doch sie soll nun weiterziehen, neue, fröhliche Erinnerungen mit neuen Menschen sammeln, Teil deren Familiengeschichte werden.

Die Vespa 150 T4 lief im Jahr 1962 vom Band, also vor 54 Jahren. Vor fünfzehn Jahren mit TÜV vorübergehend stillgelegt, benötigt sie nach den Jahren im Dornröschenschlaf vor dem ersten Ausfahrt sicherlich erstmal etwas technische Zuwendung ... und einen Motorradführerschein sowieso. Bei Interesse freue ich mich über Mails.
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Samstag, 6. August 2016

In heaven No. 226 - Drama, Baby, Drama

Alle reden immer vom verregneten Sommer in Deutschland. Wir können da leider nicht mitmachen, denn bei uns gibt es immer nur Drama dort oben, aber meistens nix dahinter. So wie auch letztes Wochenende in Bayreuth auf der Landesgartenschau, als die Wolken sich zwar spektakulär auftürmten über Zelten und Bäumen und es mächtig schwarz wurde am Himmel - aber offensichtlich nur, um ein bisschen auf  Drama zu machen und sich dann doch wieder zu beruhigen. Der bayerische Himmel wäre gerne ein Showgirl. Eine kleine Dramaqueen... womöglich.








Ruhig bleiben. Basis chillen.

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.
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Donnerstag, 4. August 2016

Ein Korb voll Sommer.

Die Sommerferien sind jetzt endlich auch in Bayern angekommen, während die ersten Bundesländer bereits schon wieder mit dem neuen Schuljahr begonnen haben. Aber da die Bayern ja sowieso nicht dafür berühmt sind, von der schnellsten Truppe zu sein, passt es doch ganz gut, dass wir auch im Sommerferienplan immer die Letzten sind. Zumal wir jetzt da draußen auch erst so richtig Hochsommer haben - mit all den Blumen, die für mich auch wirklich zu dieser heißesten Zeit des Jahres gehören wie Gladiolen, Löwenmäulchen, Dahlien und Astern... und mit einer kleinen Ahnung von Herbst im Abgang.





Wie du mir, so ich dir - Geburtstagsblumen für meine Schwester frisch vom Feld - Gladiolen, Löwenmäulchen, Dahlien, Astern, Tabak, Melde, Amaranth und Süßgras.
 
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Gladiolen, Löwenmäulchen, Dahlien, Astern, Tabak, Melde, Amaranth und Süßgras, Sommerblumen, Blumenfeld, Sommerstrauß, Frühherbst

Montag, 1. August 2016

Von Wiegeliegen, Walküren, einer Hundewiese und vielen, vielen Blumen.

Bayreuth ist hauptsächlich bekannt für seine Eremitage und die Wagner-Festspiele, für Walküren und Siegfried den Drachentöter, für Brunhilde und schwere Musik und für den damit verbundenen alljährlichen deutschen Promiauftrieb der älteren Semester. Zwar finde ich die Sagen der Nibelungen spannend, aber um ehrlich zu sein, kann ich mich mit Richrad Wagner so gar nicht anfreunden. Mit Bayreuth dafür um so mehr, denn diese Stadt hat deutlich mehr zu bieten - auch leichter verdauliche und viel fröhlichere Kost. Zum einen ist die Altstadtarchitektur wirklich einen Besuch wert, die Eremitage und ihre verspielten Gärten auch, Schloss Fantaisie, die Felsengärten von Sanspareil im nahen Wonsees, das nahegelegene Fichtelgebirge mit der Luisenburg sowieso immer und derzeit lockt noch dazu die bayerische Landesgartenschau in die Stadt. Es trifft sich gut, wenn man den Ausflug dorthin auch noch zum Geburtstag geschenkt bekommt, er sich mit einem Open Air Konzert gemochter Musik verbinden lässt, man damit die Ferien einläuten kann und auch gut, wenn man sich entschlossen hatte, das Zeugnis des Nachwuchses erst am nächsten Tag zu lesen. Besser war das.






Das Gelände der Landsgartenschau ist weitläufig, die einzelnen "Hotspots" reihen sich entlang eines Bachgrundes auf, so dass von Menschen gestaltete Gartenanlagen und Natur sich abwechseln. Der Zugang  zum Wasser ist immer wieder möglich, so dass Abkühlung und Augenerholung vom langschaftsgärnerischen Gestaltungseifer entlang des ganzen Rundweges gegeben sind. Es gibt Anhöhen und Aussichtsplattformen für den Überblick, immer wieder gastronomische Anlaufstellen, Toiletten, Spielgelegenheiten für Kinder und Sitzgelegenheiten entlang der Wege, ebenso wie Wiegeliegen (die hatten es mir angetan) für richtige Pausen - was zwar banale Infrastruktur, aber alles andere als unwichtig ist, wie vergangene Besuche auf Landesgartenschauen gezeigt haben. 






Die Bepflanzungen und Beispiele für Gartenanlagen sind nett, aber unspektakulär. Vielleicht habe ich inzwischen auch einfach schon zu viele Gartenschauen besucht, um darüber noch in Euphorie auszubrechen, aber die Art der Rabatten, Bepflanzungen und Blumenschauen ähnelte doch sehr der in Bamberg vor vier Jahren und ich finde, da könnte man sich mal was Neues ausdenken. Der eher historische "bäuerliche Bereich" mit Schafen, Eseln und Bauerngarten hat mir dagegen sehr gut gefallen, aber dafür bin ich ja sowieso immer zu begeistern. Die Highlights, das Neue, Unerwartete, das hat für mich ein bisschen gefehlt - aber der gesamte Rundgang über das Gelände ist ein schöner Spaziergang für einen entspannten Ausflugstag im Rahmen eines Besuches in Bayreuth.
Mein Gartenschauhighlight der letzten Jahre bleibt aber eindeutig Tirschenreuth 2013.









Die Landesgartenschau in Bayreuth ist noch bis zum 9. Oktober täglich von 9 Uhr bis zum Sonnenuntergang möglich. 

Mein Tip: Die Wiegeliegen. Mit kleinsten Bewegungen der Füße das breite Bett zum Wippen bringen und bequem im Schatten liegend in die Wolken schauen...toll. Es ist nicht zufällig irgendein Sponsor anwesend...?








Mehr Gartenschaueinblicke?

2011 in Rosenheim
2012 in Bamberg 
2013 Tirschenreuth 
2013 Sigmaringen