Donnerstag, 10. August 2017

Heller Stern in dunkler Nacht.

Seit Anbeginn unserer Geschichte geht der Blick der Menschen in den Himmel. Bei Tag in das blaue Firmament, hinauf zu den Wolken und im Tagesablauf der Sonne folgend, und bei Nacht hinauf zu den Sternen und dem bleichen Mond am Firmament. Wo man sich früher in dessen Begrenztheit einigermaßen sicher wähnte, eröffnete sich nach Kopernikus, Kepler, Newton und Galilei eine ganz neue Welt. Die Unendlichkeit des Weltalls birgt ungeahnte Möglichkeiten und ist gleichzeitig in ihrer Unberechenbarkeit furchteinflössend... auch, weil sie den Menschen erst bewusst macht, dass sich das Universum nicht um sie im Zentrum dreht, sondern dass wir Menschen nur ein Staubkorn darin sind und die Erde selbst nur einer von Milliarden Planeten in der Unendlichkeit des Weltalls.
Wer sich und seine Wichtigkeit in Relation setzt zur Größe des Universums, der wird demütig... demütig gegenüber dem großen Ganzen, gegenüber unserem Planeten, den Naturgewalten, bisweilen auch gegenüber den Ansprüchen, die er an sich selbst und an andere stellt. Die Wichtigkeit und Alternativlosigkeit, die mache Menschen sich selbst und ihrer Meinung beimessen, wirkt dadurch ebenso albern wie der absolute Machtanspruch und die angenommene Deutungshoheit derer, die nie den Blick und die Gedanken nach oben in die Unendlichkeit gerichtet haben und deren Horizont nur bis an den eigenen Gartenzaun oder sogar nur bis zu dem Brett vor ihrem Kopf reicht. Wie einfach könnte es doch sein, wenn alle Menschen sich öfter ihrer Winzigkeit im großen Ganzen bewusst werden und ihre Perspektive auf sich selbst, die anderen Menschen und die Welt überdenken würden.

Ich denke so gerne an eine Augustnacht vor zwei Jahren zurück, als ich mir nachts um 3 Uhr den Wecker stellte, die Familie weckte und wir durchs dunkle Haus nach unten in den Garten und über das taunasse Gras tapsten, um auf den Liegestühlen eingekuschelt in den prachtvollen nächtlichen Sternenhimmel über dem Bayerischen Wald zu schauen und die Sternschnuppen der Perseiden zu zählen... 160 in einer Stunde. Herzhupfer um Herzhupfer. Ich hatte gar nicht genug Wünsche für alle.
Hätte ich damals gewusst, was fünf Wochen später passieren wird, ich hätte alle Sternschnuppen mit Wünschen belegen können. Aber dem Leben wohnt leider die Tragik inne, dass wir nicht vorhersehen können, welchen Lauf es nimmt und demensprechend unsere Wünsche oft auf sehr konkrete, persönliche Dinge verschwenden, anstatt auf das, was wirklich wichtig ist für unser Leben.

In den Nächten von Donnerstag bis Sonntag wird der diesjährige Perseidenschauer wieder seinen Höhepunkt erreichen. Irgendwo werde ich dann da draußen sein, irgendwo, wo es möglichst dunkel ist und der grelle Schein der Stadt die Sternschnuppen nicht verschlucken kann, und in den nordöstlichen Nachthimmel schauen. Die vergangenen vier Jahre voller Verluste, Aufarbeitung, gesundheitlicher Probleme, Umbrüche und Aufbrüche, Rückschläge und Erfolge, Begegnungen und Abschiede, Zaudern und Entscheidungen,  kommen mir rückblickend wie eine sehr seltsame Prüfung vor... als ob mein Innerstes nach außen und wieder zurück gekrempelt worden wäre, um mal zu gucken, ob das Material das aushält. Hat es. Wo vorher die inneren Sternschnuppen kreuz und quer über den Himmel zischten, haben sie jetzt eine Richtung und das ist gut so.

Foto: By Migebuff (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
Dieses Jahr werden mir die Wünsche an das Universum für all die Sternschnuppen da oben am nächtlichen Himmelszelt nicht ausgehen, aber viele davon werden andere sein als früher. Natürlich werden Wünsche für mich persönlich darunter sein, die meisten werden sich aber darum drehen, dass die Menschen, die ich liebe und die mir am Herzen liegen, ihren Weg finden und dabei immer behütet sein und sich geliebt fühlen mögen. Sie werden sich darum drehen, dass ein kleines Mädchen und ein Junge, so alt wie mein Sohn, wieder aufwachen und vollständig gesund werden. Sie werden auch davon handeln, dass die Menschen sich wieder darauf besinnen, was uns allen gut tut, auf Werte wie Anstand, Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme, anstatt darauf, wie sie sich auf Kosten anderer möglichst maximal selbst bereichern, unendlich konsumieren und in Szene setzen können, in ihrer persönlichen, kleinen, egozentrischen Welt. Es werden viele Wünsche für andere Menschen sein, für alle, und viele für die Welt in der wir leben und in der ich zukünftig gerne leben möchte. Umkrempeln hilft manchmal, die Perspektive und die Sternschnuppenwünsche zu überdenken.

Die Perseiden-Schauer sind strenggenommen nichts anderes als Gesteinsbrocken, die der Komet Swift-Tuttle auf dem Weg um die Sonne zurückließ und deren Weg wir jedes Jahr im August kreuzen... so dass viele davon beim Eintreten in die Erdatmosphäre mit unglaublichen 216.000 km/h verglühen. Laurentius-Tränen.
Vielleicht gelingt es mir dieses Jahr auch in einer der Nächte, endlich einmal eine Sternschnuppe auf einem Bild einzufangen. Womöglich sind sie aber auch dafür gar nicht gemacht.
Perseiden, Metorschauer, Perseidenschauer, Sternschnuppen, Wünsche ans Universum

Montag, 5. Juni 2017

Maitisch . Die nachgereichte Schuttplatzpracht

Zwei baustellenfreie Tage am Stück beschert mir das christliche Pfingsfest - auch für mich als nichtreligiöse Heidin eine Segen. Was ich an meinem Beruf sehr gerne mag, ist der kreative Teil und die Begleitung des Werdens und Entstehens der Umsetzung bis zur Fertigstellung. Nicht so gerne mag ich die damit verbundene Zahlenjonglage, die immer kruder werdenenden Vorschriften und die nicht immer mögliche zeitliche Planbarkeit. Die ist abhängig von Handwerkerverfügbarkeiten, Lieferzeiten und dem Zeitfenster der Kunden, in dem ein Umbau für sie realisierbar ist. So kann es passieren, dass monatelang nahezu Leerlauf herrscht, während dann auf einmal zwei Baustellen gleichzeitig zu koordinieren und deren Probleme zu lösen sind... wie im Moment. Da wird dann plötzlich das Zeitfenster, das noch für Kind, Schlaf, Privatleben, Haushalt, gesellschaftliches Engagement und Blog zur Verfügung steht zeitweise erschreckend klein und leider muss dann das temporär ruhen, das zwar schön, aber existentiell am wenigsten wichtig ist. Um mal ein kleines Lebenszeichen zwischendrin zu geben, reiche ich aber zumindest unseren Maitisch nach, bevor die Pracht der Schuttplatzschönheiten gänzlich vergangen ist...



Eine auch eher ungeliebte Aufgabe ist der mit meiner Arbeit verbundene Möbelhausmarathon zur Auswahl der Möblierung und zum Preisvergleich ausgewählter Produkte. Der Vorteil: eines der großen Möbelhäuser der Region wurde vor einigen Jahren auf ehemaliges Ackerland an den Stadtrand gebaut und ist umgeben von noch unerschlossenen Brachflächen, die einstweilen als Schuttabladeplatz auch für Gartenabfälle missbraucht werden. Gut für mich, dass einige Blumen einen starken Überlebens- und Fortpflanzungstrieb besitzen und sich bestens mit den am Wegrand ansässigen Wildblumen vertragen...  

So treffen sich hier auf unserem Tisch:
Lupine, Akelei, Margarite, Vogelwicke, Kronwicke, Storchschnabel, Wiesen-Labkraut und Wilde Möhre.





  Monatstische 2017


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12tel-Blick bei Tabea
Friday-Flowerday
bei Helga

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Donnerstag, 18. Mai 2017

Samstag, 13. Mai 2017

In heaven No. 256 - selbstbestimmter Himmel

Gestern habe ich einen Zeitungsartikel gelesen, der mich sehr beschäftigt hat. Eine alte Dame, 80 Jahre alt, bestellte sich ein Taxi zu dem Pflegeheim, in dem sie wohnte. Sie ließ sich von diesen Taxi in den Ort fahren, in dem sie einen Großteil ihres Lebens verbracht hatte, bezahlte den Fahrer und stieg mit ihrem Rollator an einem Fluss aus. Wahrscheinlich ist sie früher oft am Ufer dieses Flusses gesessen, dort spazierengegangen oder hat aufs Wasser geschaut. Irgendwann stellte sie ihren Rollator dort ab und ging einfach ins Wasser hinein. Immer weiter, bis der Fluss sie davon trug.

An einem Punkt in ihrem Leben, an dem sie für sich keine lebenswerte Zukunft mehr sah, traf sie einen klaren Entschluß. Sie wollte selbstbestimmt gehen.
Diese Geschichte hat mich sehr aufgewühlt und berührt. Mein erster Gedanke war, wie traurig es doch ist, wenn man am Ende seines Lebens nichts mehr hat, wofür es sich noch zu leben lohnt, so dass man einen solchen Entschluß fasst. Nach längerem Nachdenken wurde mir aber bewusst, dass diese aufrechte alte Dame die Wahl getroffen hatte, ihr Leben selbstbestimmt in Würde zu beenden, wenn sie es selbst für richtig hält. Zu einem Zeitpunkt, an dem sie noch selbst Entscheidungen treffen und umsetzen und selbst bestimmen konnte, wann ihr Leben vollendet ist.
Wenn für mich irgendwann die Zeit gekommen sein sollte, dann hoffe ich, dass ich auch den Mut aufbringe, eine solche Entscheidung zu treffen. Eine Entscheidung, die es mir ermöglicht in Würde und selbstbestimmt zu gehen, wenn ich das für richtig halte.

Die alte Dame wurde von zwei Männern im Wasser treibend entdeckt und gerettet. Sicher haben die beiden richtig gehandelt.
Für die alte Dame hätte ich mir aber gewünscht, sie hätte ihren selbst gewählten Weg zu Ende gehen können. Jeder von uns sollte über den richtigen Zeitpunkt selbst entscheiden dürfen.


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Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier (fast) jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über (oder auch bereits vor einiger Zeit) eingefangen habe. Manchmal sind es nur die Bilder, manchmal aber auch Gedanken, die mich die Woche über beschäftigt haben - so wie heute.
Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken.

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Samstag, 29. April 2017

In heaven No. 255 - Frühlingsmorgenhimmel

Ein ganz besonderes Blau hat der morgendliche Frühlingshimmel im Osten. Pastellig und nicht ganz so satt wie ein aufgehender Sommertag, aber doch deutlich farbenstärker als der blass-kränkliche Winterhimmel. "Die Zeit des Erwachens" ist in diesen Tagen so zweideutig wie anständig. Während ich noch mit dem Wachwerden ringe, schlaftrunken Schokoladenbrote schmierend und Milch warmmachend, erwacht dort draußen der Tag mit fröhlichem Vogelgezwitscher und erhellt die ebenso erwachende Natur. Der Himmel schlägt mich dabei an Energie um Längen, die Natur hat dagegen ähnliche Anlaufschwierigkeiten. Etwas träge erhebt sie sich aus dem Morgentau, streckt sich, reckt sich und blinzelt noch fast genauso müde wie ich in die nach oben tanzenden Morgenwolken.



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Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier (fast) jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über (oder auch bereits vor einiger Zeit) eingefangen habe. Manchmal sind es nur die Bilder, manchmal aber auch Gedanken, die mich die Woche über beschäftigt haben - so wie heute.
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Montag, 24. April 2017

Wie...

Wie würdest du gerne wohnen? Eine Frage, die allen Menschen im Laufe ihres Lebens irgendwann oder auch öfter festellt wird. Vor allem aber eine Frage, die man sich selbst immer wieder von Neuem stellt. Wie würde ich gerne wohnen? Die Antwort darauf wandelt sich mit den Jahren, wie die Antworten auf viele andere Fragen des Lebens auch, denn wir haben irgendwann mehr von der Welt gesehen, die unterschiedlichsten Menschen getroffen, die verschiedensten Orte besucht, uns in vielen Gebäuden aufgehalten und kennen uns immer besser. Unsere Bedürfnisse wandeln sich mit dem Älterwerden. Vielleicht ist es aber auch eher ein Entwickeln als ein Wandeln - im Sinn von Max Frisch, der einmal sagte "Die Zeit verwandelt uns nicht. Sie entfaltet und nur."
Wenn ich mir ansehe, wie sich meine persönlichen Wohnbedürfnissee und mein Raum- und Einrichtungsgeschmack über die letzten Jahrzehnte entwickelt haben, dann stelle ich fest, dass sie sich entfaltet und einen Kreis vollzogen haben und zu ihrem Ursprung zurückgekehrt sind. Je älter ich werde, desto weniger möchte ich um mich haben und desto höher und gleichzeitig archaischer sind meine Ansprüche an gut gestaltete, funktionale Räume und Dinge aus schönen Materialien. 




Wenn ich die Wahl hätte, dann würde ich wohl grade am liebsten in eines dieser alten Jurabauernhäuser einziehen. Kreuzgewölbe, ein Boden aus Jurakalk und Türen und Treppen aus Holz. Die Weite der Räume, ihre Blickachsen und ihr Lichteinfall, die Sichtbeziehungen nach draußen ins Grüne, die Struktur und Haptik der Oberflächen und die natürliche Farbigkeit, Unaufgeregtheit und Schlichtheit der Materialien sprechen mich ganz tief im Inneren an und lösen ein wohliges Grummeln in meiner Seele aus.






Das für Altmühlfranken charakteristische Jurabauernhaus wurde 1497 auf der Ruppmannsburger Hochfläche in Reichersdorf bei Roth erbaut. 1697 wurde es aufgrund des schlechten Zustandes so gut wie neu errichtet, 1843 umgebaut und 1875 um einen Stallanbau erweitert. Ein letzer Umbau erfolgte im Jahr 1923, bevor es dann im Jahr 1987 in ganzen Wandelementen abgetragen und 2010 - 2012 im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim wieder aufgebaut wurde.
Das Erdgeschoß des Hauses wurde aus Kalkbruchsteinen gemauert, der flache und breite Dachstuhl aus mächtigen Balken trägt eine 70 Tonnen schwere Eindeckung aus Kalkplatten, die in den Steinbrüchen der Region (damals noch günstig) abgebaut wurden. Der prächtige Stallanbau mit böhmischem Gewölbe aus dem Jahr 1875 verrät, dass es sich bei den damaligen Besitzern um eine sehr wohlhabende Bauernfamilie gehandelt haben muss.
Eine Besonderheit birgt dieses Haus außerdem: im hinteren Teil des Gebäudes befand sich ein unterhalb der Küche beginnernder und bereits in der Bauzeit des Hauses angelegter unterirdischer Geheimgang, der das Haus im Bauernkrieg 1524/25 direkt mit der schützenden Kirche nebenan verband und durch den sich die Bewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, wenn Gefahr drohte. Auch das käme mir übrigens sehr gelegen. ;-)








Vielleicht begegnet mir ja ein ähnliches Haus auf meinen Wegen und möchte gerne unser neues Zuhause werden? Und dazu ein Lottogewinn vielleicht? Ich übe mich eifrig im Affirmieren, denn ins Museum darf ich wohl leider nicht einziehen...

Mehr Bilder aus dem Freilandmuseum Bad Windsheim findet ihr  > hier.
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Samstag, 22. April 2017

In heaven No. 254 - Jurahimmel

Während sich da draußen der April so richtig austobt, braucht es etwas Geschick, um zwischen dem schnellen Wechsel von Schneeschauern, schwarzen Wolken und Sonne die letztere zu erwischen, bevor der Himmel sich wieder verfinstert. Aber wenn sie dann mal scheint, die Madame, dann taucht sie die schöne Frühlingslandschaft endlich wieder ins Licht und kleidet sie in den leuchtendsten Farben. Auch wenn der Löwenzahn eher ein Indikator für überdüngte Wiesen ist, sieht er doch in voller Blüte einfach wunderschön in den Frühlingswiesen aus und ich kann mich gar nicht sattsehen an seinen leuchtenden, sonnengleichen Köpfchen im satten Wiesengrün unter lichtblauem Frühlingshimmel.



 Jurabauernhaus . Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim

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Montag, 17. April 2017

Ostertisch . Die eimalig gedeckte Tafel

An Ostern feiern wir das Leben, die Fruchtbarkeit, das Licht und die Auferstehung - die der Menschen, die nicht mehr bei uns sein können in unserem Herzen, unsere eigene, wenn die Energie und Lebensfreude mit der wärmenden Frühlingssonne endlich wieder zurückkommt und natürlich auch die der Natur, die nach langem, dunklen Winter wieder zum Leben erwacht und mit aller Macht ans Licht drängt. Meine Laune hebt es zumindest ganz beträchtlich, wenn das Einheitsgrau draußen endlich wieder üppigem Grün weicht, dem man fast beim Wachsen zusehen kann und wenn es überall summt und brummt und alles blühen und bestäubt werden will. Das auferstehende Leben nach dem Winterkoma. Die schönste, geliebteste Zeit meines Jahres. Am Karfreitag noch im Museum, heute auf dem Tisch.





Ich wünsche euch einen schönen letzten Osterfeiertag und hoffe, ihr verbringt ihn mit den Menschen, die ihr liebt, unbeschwert und ohne Sorgen. Wenn das Frühlingswetter bei euch auch nicht so recht mitspielen will heute, dann grämt euch nicht. Ihr tragt das Licht in euch. Müsst ihr die Sonne im Herzen eben ein bisschen mehr anschüren, bis die da oben wieder zurück ist.  :-)






Apfelzweige vom Feldrand im alten Tonkrug meiner Eltern. Viele, viele Ostereier.


Einen Tag noch dauert meine selbstverordnete Pause vom politischen Weltgeschehen. Einen Tag noch Pause vom Darübernachdenken, wohin die Türkei jetzt steuert, was das für die politischen Gefangenen bedeutet und an wie vielen Fronten gleichzeitig die amerikanische Hohlbirne mit dem Feuer spielt. Nur noch einen Tag, bitte. Ich versuche mich gerade selbst zu überzeugen, ihr merkts.
Mal Pausemachen vom Nachdenken und vom Sorgenmachen, das ist nicht wirklich einfach für mich. Manchmal wäre ich gerne ein Mensch, dem das alles deutlich mehr sonstwo vorbeigeht - die Politik, das Weltgeschehen, die Umweltzerstörung, das Verantwortungsgefühl, die gesellschaftlichen Veränderungen und ja, auch die Empathie. Ich bin überzeugt, damit lebt man deutlich unbeschwerter. Das krieg ich aber nicht hin. Also versuche ich mich zumindest gelegentlich zu ein paar Tagen zu disziplinieren, an denen Nachdenken und Sorgenmachen verboten ist. Zumindest bis Ostermontag am Abend......... *Mantramantramantra*


Monatstische 2017

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