Donnerstag, 7. März 2013

Spurensicherung.

Es gibt Menschen, die sich nur mit neuen Dingen umgeben und auch nur in einem Neubau wohnen möchten, weil sie davon überzeugt sind, dass Räume und Dinge lebenslang die Energie ihrer Bewohner und Besitzer in sich tragen. Ein Haus nicht nur gebaut aus Ziegeln, Beton, Mörtel und Holz, sondern auch aus positiven und negativen Erlebnissen, aus Freude und Seelenpein, aus Geburt und Tod, aus größtem Glück und tiefster Verzweiflung. Das alles soll sich über die Jahre darin ansammeln und aufbewahrt werden und das Leben neuer Bewohner beinflussen. Haben Räume wirklich eine Aura? Eine Erinnerung? Seele...? 
Wenn ich Wohnungen die umgebaut werden sollen zum ersten Mal betrete, dann wurden sie oft schon entrümpelt und doch... bleiben Spuren. Lebensspuren von vielen Jahren, die die Bewohner in den Räumen gelebt, geliebt, gelitten, gehofft und gesehnt haben. 



Vage Erinnerungen an den Glanz vergangener Zeiten...
Scherben ewigen Fernwehs nach den Bergen im Plattenbau...
Relikte einst glücklicher Tage...
Bruchstücke einer Existenz...
Schattenrisse eines Lebens...
Puzzlestücke eines Menschen...







Auf Spurensuche.
Wer war die Frau, die hier 40 Jahre gelebt hat? Fotos in einem übriggebliebenen Schrank und an den Wänden zeugen von einer großen Liebe zum Garten und einer Sehnsucht nach den Bergen. Sie maß Ihre Kinder und Enkel am Türrahmen, baute sich eine Zirbelstube ins Hochhaus, sammelte Klebehaken und Erinnerungen und verlor sich am Lebensende zwischen ihren Dingen und den vielen Zimmern.
Ein Stück ihrer Seele ließ sie in den Räumen zurück... zumindest bis das Abbruchunternehmen anrückte, um auch diese Spuren endgültig zu verwischen.
Türen schliessen sich. Neue werden geöffnet.





Kehraus.
Raumfeealltag.
Abbruch, Relikte, Erinnerungsstücke, Räume haben eine Seele, Scherbenhaufen, Wohnungssanierung, Umbau, Entrümpelung

Kommentare:

  1. als wir in unsere Wohnung kamen, war 70 Jahre nichts darin verändert worden – wir fandens toll, wie im Dornröschenschloss… liebe Grüsse!

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  2. Ja, als meine Tante gestorben und die Wohnung nun verwaist war, war zwar kein Leben mehr drin, aber Erinnerungen von allen Seiten. Und es fiel unendlich schwer hier zu entrümpeln, blöder Ausdruck, denn es war das gelebte Leben. Und kein Gerümpel ...! Daher finde ich es so wichtig ein paar Teile mit in unser Leben zu nehmen.
    LG
    Claudia

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  3. Katja, das hast Du wieder einmal so berührend geschrieben. Ich habe erst vor wenigen Monaten mitbekommen, was aus der Wohnung einer alten Dame heraus getragen wurde. Das meiste landete auf dem Sperrmüll. Irgendwie hat mich das sehr traurig gemacht.

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  4. Oh ja, ich bin fest davon überzeugt, dass Räume diese Energien speichern können. Es gibt tatsächlich leer stehende Häuser/Wohnungen, die betrete ich und fühle mich einfach unwohl und dann gibt es welche, die sind ebenfalls leer und alles passt rund rum. Das geht mir übrigens auch mit ganzen Straßen so. Ob es Einbildung ist, oder nicht...
    LG, Annette

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  5. Guten Morgen, Du Liebe,
    tatsächlich glaube ich an die Aura eines Wohnraumes, nicht unbedingt abhängig von dem, was die zuvor darin lebende Person an Dingen zurückließ. Mehr so etwas wie eine Stimmung, die in mir bei Betreten ausgelöst wird.
    Ein sehr nachdenklich machender Beitrag, dafür dank ich Dir. Hoffe, es geht Dir gut.
    Nina

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  6. Die Bilder stimmen mich irgendwie traurig.
    Ich finde es schön alten Dingen mit Geschichte ein zweites Leben zu schenken und habe auch ganz viel aufgehoben. Vielleicht auch daher meine Liebe zu alten Stoffen. Du hast einen tollen Blog, Lg Kristina

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  7. Ich erlebe das ja eigentlich auch immer wieder...wenn der Bewohner geht...und dann bleibt das liebevoll gehegte Inventar zurück...das Geschirr, was fast nie benutzt wurde, um es zu schonen...die Modelleisenbahn...die aber jetzt keiner mehr haben möchte...alte Bilder, die auf dem Müll landen...Doch es sind die liebevollen Erinnerungen und Sachen des Bewohners...und er ist nicht mehr da...also finde ich so ein Ausfegen am Ende auch in Ordnung...das Leben geht weiter...LG Lotta.

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  8. Menschen hinterlassen Spuren, überall, durch alles, was sie tun, wie sie leben, wo sie leben. Ich glaub auch dran. :)

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  9. ich finde es toll, dass du so durch deine projekte gehst. nicht nur einfach neu machen - sondern sich auch fragen, was bisher gewesen ist. es zeigt doch wieder, wieviel herzblut in deiner arbeit steckt, wieviele gedanken du dir machst.
    wir haben auch viele solcher spuren in unserem bungalow gefunden. aber dann einen strich gezogen und gesagt: gut, und jetzt ist unsere zeit. jetzt ist zeit für was neues.
    loslassen muss dann wohl auch sein...

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  10. Deine Empfindungen kann ich gut nach vollziehen.
    Mein Arbeitsplatz ist ein Freilichtmuseum. Bevor ein historisches Gebäude ins Museum übertragen wird, muss das gesamte Inventar gesichtet, gelistet und verpackt werden. Da hält man oft Sachen in Händen, die zuvor, außer dem Besitzer, bestimmt nie jemand gesehen hatte. Die meisten Gebäude stehen schon Jahrzehnte leer und doch hat jedes eine ganz persönliche Note - geprägt durch die ehemaligen Bewohner. Du beschreibst es genau richtig - es tut schon ein wenig weh, was am Ende übrig bleibt!
    ♥ Doris

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  11. Liebe Katja,
    ein berührender Post.
    Ich bin ja eine, die sich in Geschichtslosen Räumen nicht wohl fühlt - also niegelnagelneu. Öfter gehe ich zwar durch komplett neu errichtete Häuser, finde sie schön, denk mir, wär doch was hier zu wohnen - und lande dann doch wieder in einem Altbau, selten jünger als Jahrhundertwende (18/19 mein ich), meist älter. Es ist genau diese Aura, das Gefühl, hier hat jemand gelebt, geliebt, vielleicht auch gelitten, in jedem Winkel erkennbar gewohnt in jedem Fall - die Türklinke, eine Schramme im Türstock, eine Kerbe im Boden... Geschichten, die die Wohnung, das Haus erzählen - ich mag das, da fühl ich mich geborgen, sicher, aufgehoben. Nichts schlimmer für mich als eine zu Tode renovierte Altbauwohnung, "gesäubert" von allem was war. Es macht mich traurig.
    Hier im Schloss sind oft Handwerker, die jammern, warum das alte Zeugs mühsam restaurieren - weg damit, neu machen, das hält - aber gerade die Patina ist es, die mich anzieht - die Falten und Runzeln in einem Gesicht, die erzählen, vom Leben, von Erfahrung und Weisheit, die man nicht erlernen, sondern nur erleben kann.
    Herzliche Grüße und danke für den wunderschönen Beitrag!
    Dania

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  12. Das Thema beschäftigt mich auch gerade sehr, denn wir überlegen ja, in ein ehemaliges Klinikgebäude zu ziehen. Manchen graust es dabei, wie ich feststellen musste. Aber wie immer im Leben gab es auch dort sicher Freude neben Leid - so wie in den Wänden, die Du hier zeigst. Liebste Grüße, Anette

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  13. Ich glaube auch, dass Räumen und Gegenständen etwas von ihren Vorbesitzern innewohnt. Ich mag die Vorstellung, und ich mag alte Dinge. Es sei denn, sie hätten jemandem gehört, an den ich nicht erinnert werden will.
    Altbauwohnungen sind für mich persönlich allerdings ein Graus, so sie nicht kernsaniert sind. Da kommt einfach mein Bedürfnis nach mordernem Komfort und Sauberkeit vor Nostalgie. Ganz zu schweigen von meiner Spinnenphobie. ;)

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  14. Ein wunderbarer Post.
    herzliche Grüsse Brigitte

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  15. Liebe Katja,
    ein wunderbarer Text und mit zauberhaften Fotos perfekt abgerundet. Ist doch ganz spannend hinzuschauen & zu sehen was sich dabei alles entdecken lässt!
    Liebe Grüße,
    Sabine

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  16. Jetzt habe ich Gänsehaut...
    Wahrscheinlich weil ich das privat schon öfter erleben musste, als es mir lieb war. Hast du toll geschrieben und fotografisch klasse umgesetzt !!!

    Mit einem lieben Gruß,
    Christine

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  17. Ein wundervoller Post, dessen Inhalt meine Gedanken über das reine Lesen hinaus heute noch ein Stück weit begleiten werden. Dankeschön dafür! Herzliche Grüße, Isa

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  18. Ein wunderschönes Post. Ich hoffe, du konntest das Vögelchen und das Metallgitter retten. Und Sandies neuester Song, Broken Stone, behandelt das Thema ja auch. LG

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  19. Liebe Katja.
    Wie wunderschön eingefangen, die Vergangenheit.
    Ich glaube daran, daß Räume und Dinge Erinnerungen speichern. Sowohl positiv als auch negativ.
    Hast Du schon einmal Erfahrungen gemacht mit Räumen, die komplett mit negativer Vergangenheit und "alten Geistern" besetzt zu sein scheinen? Habe so an Dich und das Ausräuchern gedacht...
    Ganz liebe Grüße
    Katja

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  20. Schön eingefangen, die Reste eines vergangenen Lebens.
    Und ja, ich glaube, Räume haben so etwas wie eine Erinnerung, eine Seele. Seit einiger Zeit glaube ich das, denn ich habe festgestellt, in alten Häusern kann ich sie etwas spüren, wenn ich mich darauf einlasse.
    In dem alten Haus eines guten Freundes bin ich nach langer unbewohnter Zeit durch alle Räume gegangen und ohne das Haus und seine alten Bewohnener gekannt zu haben, konnte ich spüren in welchen Zimmern es lebendig gewesen war (der Raum des Bürgermeisters und der Zusammenünfte) oder in denen gelitten wurde (eine kleine Kammer unter dem Dach, in der viele gestorben waren, eine Frau in der Nachkriegszeit ein nicht mit Liebe gezeugtes Kind zur Welt brachte und zuletzt die alte Stiefmutter "abgestellt" wurde und elendig allein war). Dort war es besonders beklemmend, fast erstickend. Er erzählte mir hinterher die Geschichten, denn es war ein Haus, das lange schon in seinem Familienbesitz war. Ich war erstaunt, die Gefühle in den Räumen so deutlich spüren zu können, fast erschrocken, andere Menschen spürten einfach nichts. Einbildung? Ich weiß nicht. Jedenfalls ist mir seit dem das Räuchern sehr ans Herz gewachsen.

    herzlichst, Jana

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  21. ja.

    und der gedanke, dass es einem selbst mal so ergeht, liegt gleich nebenan. für mich stellt sich dann die frage, was brauche ich und was nicht. hilft zu unterscheiden zwischen wichtig und unwichtig. und was einem wichtig ist, bekommt mehr bedeutung, wenn die unwichtigkeiten drumherum nicht erdrücken.

    ich liebe, aus welchen gründen auch immer, grundrisse und leere wohnungen. evolutionär bedingter nestbautrieb? plan- und einrichtungssucht? träumereien und schöpfungswut?

    schöne fotos und respektvolle gedanken zum gelebten leben anderer.

    liebe grüße . tabea

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  22. Das geht mir jetzt richtig ans Herz, diese Fotos... bald muss ich hier auch ausräumen...

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  23. Ich glaube auch, dass ein Haus etwas von seinen Bewohnern "aufnimmt". Deshalb finde ich es wahnsinnig schade, wenn aus Altbauten alles Alte rausgenommen wird und es schließlich nicht mehr nach Alt-, sondern nach Neubau ausschaut.
    Wir haben versucht, bei unserem Häuschen der Charme der 30er Jahre zu erhalten (Dielenfußboden und Türen und -zargen sind original), aber trotzdem unsere eigene Note hinzuzufügen (Grundriss ein wenig den heutigen Wohnvorstellungen angepasst).
    Und genau wie mich das Leben meines Katers, bevor er zu uns kam, interessiert, interessiert mich das Leben der Vorbesitzer unseres Hauses.
    Wir haben das Glück, dass die Tochter des erst- und langjährigen Besitzers zwei Häuser weiter wohnt (sie ist jetzt selber schon Rentnerin) und sehr sympathisch ist. Ich habe das Gefühl, unser Haus hatte immer sehr nette Bewohner und hat deren lebensfrohe Ausstrahlung irgendwie gespeichert :-)

    Übrigens finde ich die pastellfarbenen Haken total toll :-) Rettest du manchmal Dinge aus solchen Wohnungen?

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  24. schöne, nachdenklich stimmende bilder und worte. was wird mal aus meinen dingen, was ist wichtig im leben, wieviel brauche ich eigentlich? auf jeden fall ein spannender beruf, der einem das leben immer wieder aus einer neuen perpektive zeigt. liebe grüße, wiebke

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  25. Deine Fotos machen mich regelrecht betroffen und ich frage mich: was wohl von meinem Leben so übrig bleibt.
    Aber da ich meine Töchter schon beauftragt habe, alle unsere Hinterlassenschaften, bis auf die Erinnerungen, die ihnen wichtig sind, zu vernichten, glaube ich, dass keine fremde Person Einblicke in mein Leben erhalten wird, und das ist gut so.
    Du hast einen sehr schönen, einfühlsamen Text gelesen, man wird nachdenklich.
    LG
    Jutta

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  26. schöne gedanke, schöne worte. achtsamkeit.
    liebe grüße von ulma

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  27. Puh...Gänsehaut, liebe Kaja...ich finde es immer ganz schlimm, auf Trödelmärkten diese Händler mit Ihren Bananenkisten zu sehen, in denen die Überbleibsel eines Lebens stecken...ich mag da überhaupt nicht reinschauen, ich habe immer das Gefühl in jemandes Privatssphäre einzudringen...vom Sperrmüll habe ich einmal ein Nachtschränkchen mitgenommen...es war nichtmal ausgeräumt sondern mitsamt dem privaten Inhalt einfach auf die Strasse gestellt worden...schlimm...liebe Grüße

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  28. Liebe Katja,
    ein sehr schöner und respektvoller Post zu einem hochinteressanten Thema! Es erinnerte mich daran, wie die Entrümpler die Wohnung meiner Mutter besenrein gemacht haben. Ein schlimmer Tag für mich und viele der Gedanken, die Du hier aufgeschrieben hast, haben mich da auch umgetrieben.

    Ganz liebe Grüße, Birgit

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  29. Ein schöner Post der mich sehr nachdenklich macht.Wir wohnen seit 43 Jahren ,solange sind wir auch verheiratet,in einem Haus mit 36 Parteien.Als wir damals einzogen war ich gerade mal 18,mein Mann 22.Ich glaube wir waren die jüngste Familie in dem Haus.Einige Paare waren schon älter, und im Lauf der Jahre starben Sie,oder kamen ins Heim.Bei einigen bekam ich mit wenn die Wohnung von den Kindern "entrümpelt"wurde.Für mich war es immer schlimm zu sehen was da zusammengeschlagen wurde,oder im Müll landete.Aber wohin mit all den Sachen? Viele junge Leute wollen was anderes,Aber es gibt gottseidank auch welche ,die das ALTE noch schätzen,zB alte Häuser ,fotos,geschirr und mehr.
    Danke für den Post
    Liebe Grüsse Evelin

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  30. Was für beeindruckende Bilder, man spürt die Athmosphäre richtig, und dabei viel Respekt im Text! Ein ganz besonderer Post! Viele Grüße von Christine

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  31. Liebe Katja,
    Ich könnte es nicht ertragen in einem Neubau zu leben. Noch schlimmer finde ich "kaputt" sanierte alte Häuser. Da hat man das Gefühl, das Haus wäre gestorben. Wir haben letztes Jahr unser Traumhaus gekauft, ein altes Bauernfachwerkhaus, Bj. 1576, denkmalgeschützt und keine Modernisierungen außer Elektrizität und Wasserleitungen. Die Wände sind innen und außen mit Lehm verputzt und das Haus erzählt ohne Ende Geschichten von ehemaligen Bewohnern, es lebt und atmet regelrecht. Man hat das Gefühl, es begrüßt uns, wenn wir nach Hause kommen und ist dankbar für die Pflege, die wir ihm schenken und manchmal denke ich, auch der ein oder andere Geist eines Menschen, der hier irgendwann gelebt hat, lächelt still vor sich hin und freut sich nicht vertrieben zu werden. ;0)
    Wir haben auch noch den ein oder anderen uralten Gebrauchsgegenstand im Schuppen gefunden, Werkzeuge und sowas, von denen die meisten wohl gar nicht mehr wissen, wie sie benutzt werden.
    Wenn wir irgendwann nicht mehr sind, hoffe ich, dass unsere Kinder das Haus weiterhin in Ehren halten und es weiter leben lassen. Da sie ja aber bei uns aufwachsen und durch unsere "Verrücktheiten" geprägt werden, halte ich das für ziemlich wahrscheinlich :0)
    Ich finde es schön, dass auch du Respekt vor "erzählenden" Häusern hast und deren ehemaligen Bewohnern. Aber ehrlich gesagt, habe ich das auch nicht anders erwartet. Dafür lese ich deinen Blog schon lange genug.
    Ganz liebe Grüße

    Nadja

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  32. ich habe einige schlimme "entrümpelungs"erlebnisse gehabt und kann bis heute nicht verstehen, wie respektlos man mit den erinnerungen eines menschen umgehen kann. mir geht es wie stephanie - in diese bananenkisten kann ich nicht mal reinschauen, da wird mir echt schlecht. und bei wohnungsauflösungen wird man mich auch nicht mehr antreffen.
    deine worte haben gutgetan!
    liebe grüße von mano

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  33. Genau diese Gedanken überkamen mich neulich, als oben die Wohnung entrümpelt wurde. Natürlich waren wir alle froh daß nun endlich Ruhe eingekehrt war, denn die Bewohner hielten das ganze Haus auf Trab. Dennoch, es war irgendwie bedrückend zu sehen wie ein ganzes Leben in einen Müllcontainer gestopft wurde. Die Bewohner sind übrigens nur in ein Heim umgezogen, also nicht falsch verstehen ;-)

    Liebe Grüße,

    Kivi

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  34. was bleibt...? ich mag es , wenn Häuser eine Geschichte haben. Ja, ich denke, die kann eine ungute Energie zurück geblieben sein, wenn Ungutes dort passiert ist oder auch einen positive, wenn Gutes dort ein Zuhause hatte. Aber ich denke auch, dass man ein Haus von Altlasten "befreien" kann, damit ein neuer, ein guter "Geist" einziehen kann. Klingt esoterischer als ich es meine. Dein Post hat mich an eine Begebenheit erinnert, die mir jemand erzählte. Als ein Obdachloser verstorben war, hat man seine letzten Habseligkeiten in eine Alditüte gepackt, mehr Spuren hat er nicht hinterlassen. Er bekam ein anonymes Begräbnis und die Tüte am in den Müll. Ein Menschenleben wurde entsorgt. was bleibt und wohin gehen wir?
    JULE

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  35. Ich lebe in einem Haus, welches Anfang des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. In den Anfängen und vor allem im Krieg war es von zahlreichen Menschen bewohnt. Weit mehr, als nur die Familienmitglieder. Auch wenn ich lange Jahre nicht hier gelebt habe: in einem Neubau habe ich noch nie gewohnt. Wenn nicht immer alte Spuren sichtbar sind, so brauchte und brauche ich das Knarren von Dielen oder andere Besonderheiten alter Häuser, die mir Geschichten erzählen. Vielleicht ist das ein Grund mit, warum ich die vielen alten Dinge horte, bewahre. Weil ich nicht möchte, das Menschen einfach verschwinden ... und wenn nur eine lieb gewonnene Sache übrig bleibt.

    Ein sehr schöner Post, der mein Herz sehr berührt.

    Liebst,
    Steph

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  36. Schöner Post! Ich habe mit meiner neunzigjährigen Mutter schon oft über dieses Thema "Entrümplung nach dem Tod" gesprochen. In unserer Straße sind in den letzten Jahren viele Häuser "aufgegeben" bzw. "weitergegeben" worden und ich habe mir, wenn möglich immer ein Teil aus dem Sperrmüll als Erinnerung an den gegangenen Nachbarn geholt. Eine alte verrostete Ölkanne, ein wunderschöner Holzstuhl etc.
    LG Barbara

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  37. schöne Gedanken. Ich mag das Alte..Geschichte hat immer zwei Seiten, das was wir daraus mitnehmen ist wichtig. Wir wohnen seit ein paar Jahren in einem Neubau, wir mussten damals schnell umziehen, es gab wenig Zeit zum suchen..jeden Tag wünsch ich mich in einen Altbau mit knarrendem und von mir aus auch schiefem Holzußboden, hohen Fenstern die noch wirklich Licht hereinlassen.. in etwas das Charakter hat..
    lg sarah

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  38. Ein sehr interessanter Post, liebe Katja. Er macht mich sehr nachdenklich. Das neue ist schön (vor allem was Du draus machst, gewiss!) aber auch das Alte hat seinen Zauber. Auch in Deinen DIY Projekten merkt man Deine Liebe zu beidem. Danke für diesen wunderbaren Beitrag. Und für all die andern. Herzlichst, Caro

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  39. Dieser post hat mich sehr berührt ! Ich liebe alte Gebäude , aber bei manchen mag ich nicht einmal vorbeigehn , weil sie für mich eine fürchterliche Austrahlung haben . (das gilt aber auch für neue Gebäude ), In dem Haus in dem ich arbeite , war anscheinend früher eine Pestklinik. Aber es ist trotzdem ein freundliches Haus ! Ich glaube an ein morphisches Feld das sich durch viele kleine und großen Taten und Gedanken bildet.
    Ganz liebe Grüße zu dir
    Ursula aus Tirol

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    1. Liebe Ursula, falls Du das hier liest: Ganz, ganz lieben Dank!
      Da ich nicht weiß wie ich Dich sonst erreichen kann.
      Du hast mir eine große Freude gemacht und mein morphologisches Feld damit sehr bereichert. Erinnerungsduft. :-)

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  40. Ich liebe Häuser mit Geschichte, auch wenn ich sie meistens nicht kennenlerne. Aber man fühlt, daß Menschen gelebt und geliebt haben. Unser Haus wurde größtenteils kaputtrenoviert, was uns beim ersten Mal nicht auffiel. Was aber auch eigentlich egal war, denn der großen Lieben verzeiht man die ein oder andere Schwäche. Und jetzt? Meistens kaufe ich gebrauchte Möbel und lasse mir von den privaten Verkäufern die Geschichte zum Möbel erzählen. Schön!

    Manche der Räume auf den Bildern brauchen wirklich eine Raumfee. Glücklich können sie sich schätzen, daß sie auf Dich trafen, die Räume.

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  41. jetzt bin ich ganz gerührt, liebe katja und so glücklich, dass ich diesen post heute abend vorm schlafen gehen noch bei dir gefunden habe:) danke dafür... morgen ist bei mir wieder schule (tag der offenen tür), die nächste erkältung im anmarsch, praktikanten-und referendarsbelagerung - wann gründen wir eine selbsthilfegruppe für in den tag hinein -leben-dürfen?
    liebst b.

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  42. Ich glaube auch daran, dass die Schwingungen immer vorhanden sind. Energie geht nicht verloren. Hier und da "haken" wir dann in einer Schwingung ein, weswegen wir uns an einigen Orten sauwohl fühlen, andere nicht ausstehen können. Vielen Dank für Deinen schönen Beitrag. Schönes Wochenende!
    Liebe Grüße :D

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  43. liebe katja, gedanken, die anstoßen. wunderbar. ich finde ebenfalls, dass räume oder auch gegenstände eine seele haben, manchmal hat man die gelegenheit etwas reales zu entdecken oder noch aus der vergangenheit zu wissen. LG daniela

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!
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