Samstag, 6. Februar 2016

In heaven No. 203 - Restschneeblau

Der letzte Schnee im klaren Licht eines späten Nachmittags. Aufgelöst hat er sich inzwischen und ist versickert zwischen den vorsichtig sprießenden Grashalmen der allerersten Frühlingsahnung. Wenn es nach mir ginge, dann wäre es das jetzt gewesen mit dem Winter. Genug der kalten Füsse. Genug.





Solarberg im Fürth-Atzenhof. Wieder.

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.

Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken.
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Mittwoch, 3. Februar 2016

Salz auf meiner...... Zitrone.

Immer wenn in den leckeren Rezepten von Micha Salzzitronen vorkommen, werden meine Zähne ganz lang. Seit Jahren. Und immer wieder scheiterte ich daran, dass ich hier nirgends Salzzitronen bekomme. Ende letzten Jahres habe ich beschlossen, dass dieser Umstand jetzt ein Ende haben muss - was man aus Gründen nicht käuflich erwerben kann, macht man eben selber, ne. Viele Herstellungsmethoden und Rezepte hab ich gelesen - mal heiß aufgesetzt, mal kalt, mal mit Zucker oder Gewürzen und Kräutern, mal ohne. Schließlich habe ich mich für eine relativ einfache Variante entschieden, die sich von den klassischen, marokkanischen Salzzitronen etwas unterscheidet. Das Ergebnis mag ich sehr. Jetzt steht der Nachkocherei von Michas Rezepten mit Salzzitronen und dem Erfinden eigener nichts mehr im Wege - und dem Verschenken natürlich auch nicht. Gibt dir das Leben Zitronen... iss sie einfach auf.

Salzzitronen

Zutaten:

1.250 g Rohrohrzucker, 250g Meersalz, 12-18 Bio-Zitronen, je nach Größe, 3 Einmachgläser zu 1 Liter

Zubereitung:

Die Einmachgläser sehr heiß ausspülen. 1kg Rohrohrzucker in 2 Litern Wasser aufkochen. 250g Salz mit 250g Zucker vermischen. Die Zitronen waschen und kreuzweise bis fast auf den Stielansatz einschneiden, so, dass sie noch zusammenhalten. Dann die Kerne herauspopeln. Das ist etwas nervig, aber ich verspreche euch, die Arbeit lohnt sich - beim letzten Glas war ich zu faul und die Zitronen wurden gallenbitter. Also doch besser die Kerne entfernen. Die Zitronen auseinanderdrücken und mit der Salz-Zucker-Mischung füllen. Mit der offenen Seite nach oben ganz eng in zwei Einmachgläser setzen. Ruhig etwas stopfen, damit sie nicht nach oben schwimmen. Den Rest der Salz-Zucker-Mischung darüberstreuen und mit dem sehr heißen Sirup randvoll auffüllen. Sofort verschließen.
Jetzt müssen die Salzzitronen an einem dunklen Ort mindestens noch 8 Wochen reifen, bevor sie richtig intensiv im Geschmack und entsprechend lecker sind.



Verwendung: 

Die Salzzitronen mit einer sauberen Gabel entnehmen (Glas gleich wieder verschließen), das mumifizierte Fruchtfleisch entfernen und die Schale in Würfel schneiden. Die Zitronenschalenwürfel können jetzt als Würzzutat zu unglaublich viele Gerichten gegeben werden, bei denen man sonst vielleicht Zitronensaft verwenden würde. Beim Salzen der Gerichte sehr aufpassen - die Zitronen bringen viel Salz mit. Soooo lecker an orientalischen Gerichten, an asiatischen, an Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchten und Gemüse. Angeblich auch an Süßspeisen, das habe ich aber noch nicht ausprobiert... das kommt noch. Ich bin angefixt.

Tipp: Micha schrieb in einem Rezept, man soll keine Teile der Zitronen wieder ins Glas zurück geben, weil die Zitronen sonst schnell verderben. Und weil sie Ahnung hat, solltet ihr das mal besser glauben.

Nächste Woche verrate ich euch, was ich als erstes damit gekocht habe - und nein, es war keins von Michas Rezepten, da ich wie so oft spontan improvisiert habe, als der Hunger plötzlich angeklopft hat und mir die Salzzitronen in der Truhe wieder einfielen. Allerdings war auch das Zufallsgericht so lecker, dass es gleich zum Küchenklassiker in den Raumfeetöpfen avanciert ist.
Hach... endlich Salzzitronen.

verlinkt mit:
Creadienstag
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Samstag, 30. Januar 2016

In heaven No. 202 - Tagmond

Meistens schenken wir dem Mond ja nur Beachtung, wenn er uns am nächtlichen Himmel begegnet und uns den Heimweg erhellt. Dabei ist er ja eigentlich immer da und nur mal mehr, mal weniger gut zu sehen. Kurz vor der Abenddämmerung hat man dann beides am selbem Himmel - den Mond im Osten, die Sonne im Westen. Also nicht "entweder oder", sondern, wie bei so vielem anderen auch, immer "sowohl als auch" - weil das eine ohne das andere nicht vollkommen wäre und weil eine Sache niemals nur schwarz oder weiß ist. In Zeiten, in denen es nur noch "entweder oder" zu geben scheint, schaut der Mond über den Tellerrand und die Sonne auch, denn sie teilen sich einen Himmel. Friedlich. Tröstlich, dass diese beiden sich darin zumindest niemals beirren lassen.


Dunkel war’s, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzesschnelle,
langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschoss’ner Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.

Und ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar
saß auf einer grünen Kiste,
die rot angestrichen war.

Neben ihm ’ne alte Schrulle,
zählte kaum erst sechzehn Jahr,
in der Hand ’ne Butterstulle,
die mit Schmalz bestrichen war.  

(Urheber unbekannt)

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.

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Dienstag, 26. Januar 2016

Spatzenjanuar.

Spatzenjanuar

Weiß steht der Wald, sagen die Spatzen,
und es ist kalt, sagen die Spatzen.
Doch Eis und Schnee, sagen die Spatzen,
tun uns nicht weh, sagen die Spatzen.
Im Federkleid, sagen die Spatzen,
sind wir gefeit, sagen die Spatzen.
Doch eins tut not, sagen die Spatzen:
Ein bißchen Brot, sagen die Spatzen.

(James Krüss)

 
Katzenjanuar

Kommt nur herein, sagen die Katzen,
wir laden euch ein, sagen die Katzen.
Der Tisch ist gedeckt, sagen die Katzen,
wir bleiben versteckt, sagen die Katzen.
Ihr könnt uns vertrauen, sagen die Katzen,
wir wollen nur schauen, sagen die Katzen.
Aber wenn die Scheibe nicht wär, sagen die Katzen,
dann wärt ihr nicht mehr, sagen die Katzen...

(Raumfee)

Hat James Krüss euch auch durch eure Kindheit begleitet? Für mich wird er immer unvergessen bleiben - wegen Tim Thaler und wegen der achthundertsiebenundneunzig Mal (mindestens), die ich vor noch nicht allzu langer Zeit Henriette Bimmelbahn vorlesen musste.
"Henriette heißt die nette, alte, kleine Bimmelbahn. Henriette, Henriette fuhr noch nie nach einem Plan."
Geht immer noch aus dem Effeff - auch im Schlaf, nachts um halb drei. Spatzen im Winter, fellmädchen am fenster, Katzen beobachten Vögel, Vogelhäuschen, Vögel Füttern im Winter, James Krüss, Katzenkino

Samstag, 23. Januar 2016

In heaven No. 201 - Goldfluss

Unterwegs stadteinwärts im Fürther Nordwesten. Der letzte Termin des langen Tages ist gerade vorbei, das Thermometer fällt immer tiefer unter den Gefrierpunkt. Der Rauch der Kamine steigt langsam und schnurgerade in den klaren, blaugrauen Himmel, während die Schatten immer länger werden und sich der Horizont langsam golden verfärbt. Intuitiv halte ich am Straßenrand. Den Mantel nochmal enger um mich gezogen, vergrabe ich die Hände tief in den Taschen und stapfe den Weg aufwärts. Aus meinem Atem bilden sich flüchtige Wolken und unter meinen Stiefeln knarrt der Schnee. Nicht viel hat es geschneit, gerade genug, um die Landschaft mit einem dünnen, etwas brüchigen weißen Tuch zu bedecken. In der tiefstehenden Abendsonne glitzert der Schnee an der Westseite wie Diamantstaub und die Sonne ergießt sich in den Kanal, der glatt wie ein Spiegel aus flüssigem Gold nach Süden fliesst, bis er sich irgendwann, sehr weit entfernt, ins Schwarze Meer ergießen wird. Oben angekommen, hat sich die sinkende Sonne in einen gleissenden Feuerball verwandelt und das dünne weiße Tuch mit Goldspitze durchwebt. Mit ihr folge ich dem Weg wieder bergab zum Wasser, wo ein Frachtkahn in ihrem allerletzten, blutroten Licht fast geräuschlos dahingleitet. Und das Wasser ist zäh wie flüssiges Gold.














 Rhein-Main-Donau-Kanal . Zenngrund . Flexdorf




DIOS MEDIANTE - Mit Gottes Hilfe

21. Januar 2016 . Solarberg Atzenhof . Rhein-Main-Donau-Kanal . Fürther Hafen

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Donnerstag, 21. Januar 2016

Wintermädchen.







Aus dem Fenster schauen.
Schlafanfall.
Aus dem Fenster schauen.
Schlafanfall.
Aus dem Fenster schauen.
Schlafanfall.
Aus dem Fenster schauen.
Schlaf...........
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Samstag, 16. Januar 2016

In heaven No. 200 - Flieg.

Warum legst du deine Flügel an,
anstatt sie prächtig auszubreiten?
Du hältst vor einem Hügel an
und könntest drübergleiten.
Wenn du Angst hast,
dann verwirf sie jetzt,
denn nichts bringt dich zum Scheitern.
Du wurdest darauf angesetzt,
den Himmel und die Erde zu erweitern.

(aus "Volle Kraft voraus" - Söhne Mannheims)


Blick von der Alten Veste in Zirndorf Richtung Nürnberg.

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Mittwoch, 13. Januar 2016

Licht und Schatten.

Wenn das Licht sich seinen Weg bahnt, vorbei an Dingen, durch sie hindurch, um sie herum, über sie hinweg, dann schenkt es uns den Schatten. Im Hochsommer ist Schatten der Ort, den ich stetig suche um Hitze und greller Helligkeit zu entfliehen, im Winter sehne ich mich nach dem Licht, das die trüben, kalten Tage heller und wärmer macht. Zu allen Zeiten aber bin ich fasziniert von dem immer wieder neuen, oft so überraschenden Wechselspiel zwischen beiden Polen, zwischen hell und dunkel, warm und kalt, diesen beiden sich umtanzenden Partnern, die zusammen unglaubliche Bilder an Wände, Decken, Böden und Häuser, auf Blätter und Bäume, auf Felder und Wiesen malen. Keine Katze kommt wach durch einen Sonnenfleck auf schattigem Boden und kaum ein Mensch steht in der prallen Sonne, wenn ein großer Baum seinen Schattenkreis wie einen Teppich ausbreitet. Unwillkürlich gehen meine Augen in Innenräumen und im Stadtraum auf die Suche wenn sich ein spannendes Schattenbild zeigt, weil ich wissen will woher es kommt und wie es entstanden ist. Welches Objekt hat sich dem Licht in den Weg gestellt, welches hat es umgelenkt und welchen erstaunlichen, einzigartigen Schattenriss malt es damit? 












Licht und Schatten. Yin und Yang. 
Das eine wäre nichts ohne das andere und nur zusammen sind sie eins. 
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