Donnerstag, 30. Oktober 2014

Restekiste.

Wie kann ein Jahr nur so dahinrasen? Noch ein Tag, dann ist auch der Okober schon wieder vorbei und das Jahresende winkt auch schon langsam aus der Ferne. So viel Lebendigkeit und schöne Momente der September hatte, so viel Unannehmlichkeiten bot der Oktober und hat sich damit bei mir nicht so wirklich beliebt gemacht. Umso wichtiger war es da, sich ganz gezielt auf die schönen Momente zu konzentrieren, um sich wieder daran zu erinnern, was im Leben wirklich wichtig ist und dass wir es selbst in der Hand haben was wir tun und mit welchem Blick wir auf die Dinge schauen, die passieren. Manchmal genügt schon eine andere Perspektive, um etwas in neuem Licht erscheinen zu lassen. Ein paar solcher Blickwinkel blieben auch aus diesem Nichtpremiummonat übrig und erbgaben zwar keinen eigenen Post, aber doch insgesamt genug Anlass zur Freude, um nicht allzu laut auf den mistigen Oktober zu fluchen.





... Nachgeschaut, wo mein Essen herkommt. Was vorne rein und hinten rauskommt.
... Ninas Kuchen nachgebacken. Ohne Chai, Anis und Kardamon, mit Mandeln statt Nüssen. Kürbis vergessen. Die Sache mit den Rezepten.
... Blattmemory gespielt.



 ... Andere tragen Schmuck am Arm. Ich Kletten.
... Gras-Hallelujah.
... Grüne Randständigkeit. Grüne, rotstielige Randständigkeit.




... Pomologie in Winkelhaid.
... Nebelrot.
... Fliegerot. Gute Reise.


Die Restekisten der vergangenen Monate findet ihr > hier.
Pomologie, Winkelhaid, Luftballonwettbewerb, Nebel, Herbst, Oktober, Wilder Wein, Äpfel, Laub, Kletten, Misthaufen

Dienstag, 28. Oktober 2014

Suppenzeit!

Im Spätherbst und Winter ist bei uns Suppen- und Eintopfzeit. Womit man mich in der warmen Jahreszeit nicht so wirklich hinter dem Ofen vorlocken kann, wandelt sich zum unwiderstehlichen Magneten, wenn es draußen kalt, nass und dunkel wird. Dann mag ich die dampfenden Schüsseln, weil nicht nur die Suppe selbst etwas Wärmendes, Heimeliges hat, sondern auch das gemeinsame am Tisch Sitzen und das über dampfende Teller gebeugt schlürfend Suppe Löffeln. Für mich ein ähnlich schönes Herbstgefühl wie handgestrickte Socken an den Füssen, die goldene Oktobersonne und das Schlurfen durch raschelndes Laub. Heiße Suppe und ein Kanten Brot - für mich neben dem regelmäßigen Lüften der Seele das beste Rezept gegen den bald drohenden Novemberblues. Und die Königin der Suppen? Ist für mich natürlich diese hier...





Grießnockerlsuppe

Zutaten für die Rindfleischsuppe:

500g Suppenfleisch (Rind), 2 große Rinderknochen, 3 Möhren, 1/4 Sellerieknolle, 1 Stange Lauch, 2 Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, 1 Bund Petersilie, 3 Lorbeerblätter, 4 Nelken, 6 Pimentkörner, 6 Wachholderbeeren, 1/2 TL Kümmel, Salz,

Zubereitung der Rindfleischsuppe:

Fleisch und Knochen zusammen mit Nelken, Piment, Wachholder, Lorbeerblätter und Kümmel sowie den Petersilienstielen in reichlich kaltem Salzwasser aufsetzen und bei niedriger Hitze simmern lassen. Falls sich Schaum bildet, mit einem Löffel entfernen. In der Zwischenzeit das Gemüse schälen und in mundgereche Stücke schneiden. Nach 2 Stunden (Garprobe!) Fleisch, Knochen und Petersilie herausnehmen, die Suppe durch ein engmaschiges Sieb gießen, zurück in den Topf und das Gemüse hineingeben. Während das Gemüse gar wird, das Fleisch in kleine Stücke schneiden und kurz vor Ende der Gemüsegarzeit wieder dazu geben. Weitere 15 Minuten kochen lassen, bis das Gemüse gar, aber noch bissfest ist. Die Suppe mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Falls sie zu kräftig ist, eventuell etwas heißes Wasser nachfüllen.

Zutaten für die Grießnockerl:

100g Grieß, 50g Butter, 2 Eier, Salz, Muskat

Zubereitung der Grießnockerl:

Butter in einem Topf schmelzen lassen und dann mit Grieß, Eiern, Salz und Muskat aufschlagen. Die Grießmasse 30 Minuten quellen lassen. In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Mit nassen Teelöffeln Nockerl aus dem Teig ausstechen und in das leicht kochende Salzwasser geben. Eher weniger als mehr Teig nehmen - die Nockerl verdreifachen beim Garen ihre Größe. Herd herunterschalten, so dass das Ganze nur noch leicht simmert. Die Nockerl 15 - 20 Minuten ziehen lassen, dann herausnehmen. 

Die Nockerl in die fertige, heiße Suppe geben, mit gehackter Petersilie bestreuen... und essen. :-)

Die Nockerl könnte man im Prinzip auch gleich in der Suppe ziehen lassen, aber ich finde, dann nehmen sie zu viel Geschmack aus der Brühe und die ist außerdem voller Grießbruch. Die übrigen Nockerl können so auch am nächsten Tag gut mit etwas Butter in der Pfanne angebraten und auf süße Art - zum Beispiel mit Kompott oder Apfelmus - gegessen werden.
Vegetarier nehmen statt Rinderbrühe Gemüsebrühe - vegan wird es mit den Nockerl allerdings schwierig.

Salat ist sicher gesund, aber ist er etwa heimelig und wärmend? Nun ja. Eben.
Und was ist euer Lieblings-Herbst-Suppenrezept? Wenn ihr Lust habt, verlinkt es doch in einem Kommentar - vielleicht gibt es für den einen oder anderen Suppenkasper ein paar gute Anregungen...
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Sonntag, 26. Oktober 2014

Klammheimlich.

Dass ich Bergbäche und die Klammen, die sie über tausende von Jahren in die Felsen geschliffen haben sehr mag, das wisst ihr ja schon. Nachdem wir an Pfingsten schon durch die Breitachklamm bei Oberstdorf  im Allgäu gewandert waren, wollten wir im frühen Herbst auch noch die andere Klamm in dieser Gegend besuchen. So machten wir uns im September auf in Richtung Starzlachklamm bei Sonthofen. Dass Klamm nicht gleich Klamm ist, wurde uns schon auf dem Parkplatz im Ortsteil Winkel klar. Keine Souvenirläden, kein Eintrittsgebäude, keine Renterbusse, wenig Autos. Für uns durchaus ein Grund, erst mal aufzuatmen und den Waldweg zu genießen, der uns über ausgetretene Wurzelwege hinunter zum Bett der Starzlach führte. Nach dem ausgiebigen Bau von Steinmännchen in der Bachauen-Landschaft, ging es über die abenteuerlich am Fels über dem Wasserfall klebende Hütte als Eintrittsportal direkt hinein in die Klamm...




Die zwischen Grünten und Wertacher Horn entspringende Starzlach hat diese Klamm in Schiefer und Nummulitenkalk gegraben und ist seit 1932 für Besucher zugänglich. Besonders faszinierend fand ich die "Wassermühlen", die entanden sind als große Steine vom Wasser in Felsspalten so lange rotiert wurden, bis sie richtige Kessel ausgeschliffen hatten. Der "Mühlstein" blieb wie eine Riesenmurmel darin liegen.


Schnell wurde uns dann klar, warum es hier keinen Massentourismus gibt: der Weg durch die Klamm ist schlichtweg weder kleinkind- noch rentnertauglich. Es geht steil nach oben über enge, glischige Steige, die der Klamm und dem Fels richtiggehend abgetrotzt wurden. Bei Gegenverkehr wurde das ganze etwas abenteurlich, auch weil die dünne Absicherung nicht ganz so vertrauenserweckend aussah. Das Kletterkind hat es gefreut, mir ist doch das eine oder andere Mal das Herz etwas in die Hose gerutscht. Zum Glück gab es genug rauschenden Bergbachgenuss und abenteuerliche Felsverstürze, um mich davon etwas abzulenken.





Oben angekommen war ich zugegeben körperlich reichlich erschöpft - aber das zählte nicht als Ausrede, denn wir mussten den Weg ja auch wieder hinunter zum Parkplatz. Also die zittrigen Knie zur Ordnung gerufen, die Zähne zusammengebissen und über einen nicht minder steilen, rutschigen Waldweg und viele Wurzeln abwärts. Viele spannende Dinge am Wegrand gaben unauffällige Möglichkeiten kleine Pausen einzulegen, die ich bitter nötig hatte.





Wieder aus dem Wald heraus, ging es dann an Schafen und Kühen vorbei auf der Landwirtschaftsstraße wieder hinunter nach Winkel und zum Parkplatz. Schön und mit weitem Blick, aber es zieht sich.



Das Wetter spielte an diesem Tag mit und so endete der Tag ausnahmsweise mit trockenen Kleidern, dafür mit schlammigen, sehr müden Füssen. Eine wirklich schöne, abenteuerliche Klamm, die allerdings nur für trittsichere Wanderer zu empfehlen und nicht mit Kinderwagen begehbar ist. Familien mit kleinen Kindern und Menschen mit körperlicher Einschränkung empfehle ich daher im Allgäu eher die Breitachklamm, die über einen sehr gut ausgebauten und gesicherten Weg erschlossen ist. Alle Abenteuerlustigen mit gutem Schuhwerk - nur zu. :-)

Mehr Bäche? Wie wäre es mit...

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Samstag, 25. Oktober 2014

In heaven No. 136 - Herbstmorgenröte

Sonnenuntergänge begegnen mir am Wochenende durchaus öfter, wenn ich den Tag zum Seele Lüften draußen verbracht habe. Sonnenaufgänge dagegen sehe ich nur äußerst selten, denn in der Innenstadt zwischen den Häusern sind die nicht wirklich zu sehen, weil es keinen Blick auf den Horizont gibt. Wenn ich mein Kind morgens auf den Weg in die Schule geschickt habe, gehe ich normalerweise direkt zum Schreibtisch und im Urlaub, da schlafe ich auch gerne mal länger und so bin ich nur selten bei Tagesanbruch mit freier Sicht nach Osten unterwegs. Deshalb habe ich mich gestern umso mehr gefreut, dass sich das frühe Unterwegssein aus nicht so erbaulichem Grund wenigstens gelohnt hat. Erst lag der herbstliche Morgennebel noch wie eine dicke Daunendecke auf dem taunassen Gras im Fürther Wiesengrund, dann hob er sich mit der aufgehenden Sonne über die erwachende Stadt. Sitzen. Schauen. Runterkommen. Geht doch.






Hallo Tag. 

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe. 
Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken.
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Donnerstag, 23. Oktober 2014

In diesem Augenblick.

Verregneter Spätherbst. Auf der Straße ist es fast still, nur das gleichmäßige Prasseln des Regens ist als weißes Rauschen im Hintergrund zu hören. Der beissende Stadtgeruch wurde vom kühlen Herbstregen weggewaschen und das Licht ist gedämpft, als hätte man ihm dicke Brillengläser aufgesetzt. Manchmal mag ich den unfreundlichen Spätherbst, denn er besänftigt das drängelnde Gefühl etwas unternehmen zu müssen und liefert tausend Gründe, es sich drin bei Tee und einem wundervollen Film gemütlich zu machen. In diesem Augenblick ist alles perfekt: die Weichheit des Lichts, dieser feine Duft, die ruhige Atmosphäre der Stadt. Ich atme tief ein, und das Leben erscheint mir so einfach.




Ahnt ihr, bei welchem Film wir es uns hier gemütlich gemacht haben, während es draußen ungemütlich ist? Wer es als erster errät, bekommt per Post eine kleine Überraschung von mir.
Ich glaube, das ist nicht wirklich schwer. Aber pssst... Im obigen Text ist ein weiterer Hinweis versteckt. 

Edit

Es war nicht wirklich schwer zu erraten, was mein Lieblingsfilm ist, oder? Sabine hat es als erste erkannt und darf sich auf Post freuen.
"Mama, kennst du ein Lied, das "Amelie" oder so heisst, wie ein Film? Es gibt ein Mädchen in unserer Klasse, das kann dieses Lied so schön auf dem Klavier spielen, dass ich weinen musste.""Ich kann es dir vorspielen. Es ist die Titelmelodie meines Lieblingsfilmes. Magst du ihn sehen?"

Und so kam es dazu, dass wir an einem verregneten Samstag Vormittag mit Tee auf der Couch saßen und eintauchten in die fabelhafte Welt der Amélie Poulain, ins Café des 2 Moulins, den Gare du Nord und den Gemüseladen von Monsieur Collignon... und wie immer war es mir eine große Freude. Ein Film, der zu Herzen geht und Lächeln macht. Immer. Er hat jetzt einen neuen kleinen Fan mehr, nicht nur das Lied "Comptine d'Un Autre Été" von Yann Tiersen, das mein Sohn meinte... und jetzt unbedingt auf der Klarinette spielen lernen will. 

Das Originalzitat aus "Die fabelhafte Welt der Amélie" von oben lautet übrigens:

"In diesem Augenblick ist alles perfekt: die Weichheit des Lichts, dieser feine Duft, die ruhige Atmosphäre der Stadt. Sie atmet tief ein, und das Leben erscheint ihr so einfach, so klar, dass sie eine Anwandlung von Liebe überkommt und das Verlangen der gesamten Menschheit zu helfen." 

Teekanne: war ein Geschenk
Tasse und Krug: Gebrauchtwarenkaufhaus
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Dienstag, 21. Oktober 2014

Oktobertisch . Der winzige Zauberwald

Wahrscheinlich haben wir alle als Kinder Alice im Wunderland gelesen, vorsichtshalber hinter jeden Spiegel gesehen und jede Schrankrückwand untersucht, ob hinter den Kleidern nicht doch die Tür nach Narnia... denn wer hätte das schon sicher ausschließen können. Lilliput schien damals möglich und die Miniaturwelt unter den Wurzeln im Mattiswald sowieso. Seitdem ich als Kind Ronja Räubertochter gelesen habe, trete ich im bemoosten Wald vorsichtiger auf - man weiß ja nie. In ein Miniatur-Paralleluniversum habe ich mich als Kind besonders gut hineinträumen können: in den Zauberwald der Flechten und Moose. Auf dem Waldboden, auf Bäumen und Steinen bilden Flechten einen unglaublichen Mikrokosmos, eine Naturlandschaft im Kleinstformat. Wenn man ganz nah herangeht, dann kann man sich wirklich vorstellen, dass dort kleine Lebenwesen in einem winzigen Urwald aus trompetenformigen Bäumen auf schwefelgelben Teppichen leben und ihr Haupt nachts auf kuschelweiche Moospolster betten. Und wenn man sich schrumpfen könnte, dann könnte man... womöglich.......






Auch heute noch kann ich mich nicht sattsehen an den mit Gelbflechten bewachsenen Holunderzweigen und jeden Herbst wandern ein paar davon mit nach Hause. Sie stehen hier im Hof, im Treppenhaus, auf dem Küchenbuffet und momentan stehen ein paar aus dem letzten Jahr auch auf unserem Oktobertisch. Dort leisten ihnen ein paar Ahornblätter und zwei Holzschalen Gesellschaft - die eine aus Ahornholz vom Flohmarkt, die andere aus Olivenholz - letzte Woche auf dem Tag der Regionen in Winkelhaid von einem Drechsler aus dem Nürnberger Land erstanden. Hab ich etwa einen Holzschalenfetisch? Hab ich. Aus dieser Drechslerei stammen übrigens auch die schönen Holzkreisel, die hier immer mal wieder auf meinen Fotos auftauchen. Und die Kissen sind zurück.






Gelbflechte (Xanthoria parietina).
 
Viele verschiedene Monatsansichten versammelt auch im Oktober wieder Tabea zum 12tel Blick bei sich.
Meine anderen Monatstische findet ihr  > hier.
 
 


(Ein Klick auf den Monat führt euch zum entsprechenden Post) 

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