Montag, 20. Mai 2013

Maitisch 2.0 . Das verkugelte Grün

Dass ich eine große Schwäche für Holunder habe, ist ja kein Geheimnis. So entstand letztes Jahr Holunderblütensirup und Holunderblütengelee und auch in die Vase auf den Tisch hat er es geschafft. Aber auch schon bevor sich die schönen weißen Blütendolden öffnen, haben sie einfach etwas ganz besonderes mit ihren vielen, kleinen grünen Kugeln, die aussehen, als hätte sich der Busch aus Vorfreude auf die duftende Pracht mit Perlen geschmückt, oder würde bereits üben für die Hollerbeeren danach. Der Frühling wird immer draller und dementsprechend werden auch die Sträuße auf den Tisch immer üppiger. Allein blieb der Holunder deshalb nicht im Licht- und Schattenspiel der Morgensonne, er umrahmt die wunderschönen Blütenkerzen einer Schuttplatz-Pflanze.






Dank der investigatorischen Fähigkeiten einiger netter Bloggerinnen weiß ich jetzt auch, dass es sich bei den schönen, duftenden Kerzen um die Gelbe Reseda handelt - eine Pflanze, der ich in in 35 Jahren Wildblumensammeln in unserer Region noch nie über den Weg gelaufen bin. Klassischerweise wuchs sie an den Bahngleisen, wo sie als Kulturfolger meistens vorkommt - die Samen werden mit den Zügen verteilt. Der Name deutet darauf hin, dass sie eine Heilpflanze ist, denn das lateinische "resedere" bedeutet beruhigen, (schmerz)stillen, heilen. Vielleicht hat also mein Unterbewusstsein diese Pflanze hinter den Gleisen gesucht und gefunden, wer weiß. Sie trägt den ungewöhnlichen Zweitnamen Gelber Wau, weil man damit früher Stoffe Gelb gefärbt hat, aber hier färbt sie nur meinen Tisch in Gelbgrün...

So sah es Anfang Mai und in den vorangegangenen Monaten auf unserem Tisch aus...

Januartisch . Das gefallene Mädchen
Februartisch . Das innere Gleichgewicht

Monatstische 2013









Märztisch . Das lila Frauenlob
Apriltisch . Die stachelige Leidenschaft
Maitisch 2.0 . Das verkugelte Grün











Mehr Monatsansichten versammelt Tabea immer am zwanzigsten des Monats bei sich. Diesen Monat gibt es ausnahmsweise eine zweite Tischansicht, denn der Mai ist so prall und fett, da musste einfach eine Zugabe her...
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Sonntag, 19. Mai 2013

Aus´m Quark.

Jeder hat ja ein bestimmtes Repertoire an Standardgerichten, die er immer wieder kocht und die mehrmals im Monat auf dem Speiseplan stehen. Also zumindest bei mir ist das so. Wenn mir etwas schmeckt und schnell geht, dann bin ich treu und dann kann es auch passieren, dass es einmal pro Woche in leichter Abwandlung auf den Tisch kommt. Kartoffeln gehören dazu. Also nicht gepellte Kartoffeln, Salzkartoffeln, Kartoffelpüree oder andere Zubereitungsarten, sondern einfach nur: Kartoffeln. Ungepellt und gekocht. Gerne auch nur mit Salz und Butter, aber im Frühling eben oft in der ganz klassischen Variante mit Quark. Momentan bietet die Natur und der Hofgarten wieder eine Fülle an Kräutern, da muss man einfach zugreifen. Also gibt es heute:


Unpellkartoffeln mit Kräuterquark 

Zutaten:

kleinere Kartoffeln, Quark 20%, Steinsalz oder Meersalz, schwarzer Pfeffer, eine Prise Zucker, Kräuter nach Wahl - ich habe Frühlingszwiebeln, Knoblauchsrauke, Liebstöckel und kleinblättriges Basilikum genommen

Zubereitung:

Kartoffeln abschrubben und kochen. In der Zwischenzeit die Kräuter waschen und hacken und mit dem Quark vermischen. Salzen und pfeffern, Prise Zucker dazu und alles eine halbe Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen. Quark zu den Kartoffeln auf dem Teller und Frühling essen. Guten Appetit!




Pellkartoffeln, Frühlingsessen, Knoblauchsrauke, Liebstöckel, Frühling Rezept

Samstag, 18. Mai 2013

In heaven No. 66 - geballter Himmel.

Schwül mit der Neigung zu Gewittern. So könnte man das Wetter der vergangenen Woche beschreiben. Dementsprechende Wechsel zwischen sich verfinsterndem Grau und Sonnenschein spielten sich auch am Himmel ab. Beobachtet habe ich den Himmel diese Woche nur vom Schreibtisch aus, aber das letzte Wochenende bot genug geballtes Himmelsspektakel...





Skywatch.
Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe. 
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Wo war für Euch diese Woche der Himmel?
Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel hier zu verlinken.
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Freitag, 17. Mai 2013

Maierlei.

Zeit ist mal wieder das rarste Gut im Moment und deshalb gibt es heute nichts Handgemachtes, keine Anleitung, kein Rezept und keine Blumensträuße, sondern ein Querbeet-Allerlei vom vergangenen Wochenende im Mai. Maierlei sozusagen.







Falls sich jemand über den neuen Hut wundert... Interimsmaioutfit.
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Mittwoch, 15. Mai 2013

Grüne Oase.

Von 0 auf 100 innerhalb von nur 3 Wochen. Jedes Jahr bin ich wieder von neuem fasziniert von dieser unglaublichen Energie, die aus dem kleinen bißchen Erde und den Wurzeln erwächst, die in meinen Tontöpfen stecken. Den Winter über nackt und kahl, explodieren die Pflanzen jedes Jahr Ende April und verwandeln unseren tristen, schattigen Hinterhof in einen kleinen, grünen, städtischen Mikrokosmos. Kaum öffnen sich die ersten Blüten, kommen die Bienen und Hummeln in Scharen, in manchen Sommern hatten wir auch schon einen Bienenschwarm im Dachboden des Hinterhauses und Kröten im Zinkwannenteich. Dieses Jahr waren die Hummeln und die rotpelzigen Sandbienen die ersten, die sich in die Ritzen zwischen dem Pflaster gegraben haben, und bei jedem Umstellen der großen Kübel warten die Amseln schon auf das reich gedeckte Assel-Buffet. 



Für mich ist mein kleiner Topfgarten unverzichtbar. Als Landei in der Innenstadt zu wohnen nimmt mir oft den Atem und am Abend im Sommer die Pflanzen zu gießen ist für mich die beste Art um abzuschalten vom oft anstrengenden Arbeitstag im Büro und dem Lärm und dem Gestank der Stadt. Dann bewundere ich die wunderschönen Blüten, schaue den Hummeln zu und weide meinen Augen an der Illusion eines grünen Paradieses. Hier wird gespielt, gelesen, geplantscht, Feuer gemacht, gebastelt, gegessen, geredet, gearbeitet, gegrillt, in der Erde gewühlt und jeder unverhoffte Einwanderer begeistert begrüsst. Im Lauf der Jahre ist einiges bei uns eingezogen, das ich nicht gepflanzt habe und bisher durfte alles bleiben. So wächst im Erdbeertopf jetzt ein Holunder und in den Plattenfugen Spitzwegerich, Weidenröschen, Akelei, Königskerzen und Sauerklee. 



Auch Auswanderer gibt es, die sich eindeutig in den Ritzen zwischen dem Kopfsteinpflaster wohler fühlen als in den kleinen Töpfen, in die ich sie vor Jahren eingepflanzt habe. Die weißen Veilchen bilden inzwischen mit den verwilderten Erbeeren einen flächendeckenden Frühlingsteppich, begleitet von Heucheras und Frauenmantel und ich bin schon sehr gespannt, was sich dieses Jahr noch alles eingeschlichen hat, um das Pflaster einzukleiden. 



Da unser Hof durch die umliegenden hohen Rückgebäude fast komplett im Schatten liegt, ist auch die Bepflanzung eine spezielle, abgestimmt auf den Sonnenmangel. Und genauso wie ich dichte, dunkle Wälder mag, mag ich auch meine moosig grüne, üppige Schattenoase. Pflanzen die im Vollschatten und in Kübeln bei mir gut gedeihen sind zum Beispiel Funkien, Kletterhortensie, Salomonsiegel, Storchschnabel, Astilbe, Agapanthus, Maiglöckchen, Waldaster, Bärlauch, Waldmeister, Elfenblume, Frauenmantel, Akelei, Grünlilien und Farn. An den Ecken mit Sonne stehen Olive und Feige, Flieder, Hornveilchen, Rittersporn, Taglilien, Heucheras, Duftpelargonien, Astern und Kräuter. Alle haben sich über die Jahre als Kübelpflanze bewährt.



Habt Ihr auch ein grünes Wohnzimmer zu Hause? Einen Hof, Balkon, einen Garten? Wie nutzt ihr es im Frühjahr und Sommer, wie bepflanzt ihr es? Vielleicht habt Ihr ja Lust es zu zeigen und hier zu verlinken, damit ich und andere auch etwas davon haben. :-)
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Montag, 13. Mai 2013

Frühlingsrolle.

Ob Chinesisch, Thailändisch, Japanisch oder Vietnamesisch, ich esse mich gerne durch jede asiatische Küche. Auch Frühlingsrollen mag ich sehr. Was ich jedoch nie verstanden habe, war die Bezeichnung Frühlingsrolle für ein Teigblatt, das mit Kohl und Hack gefüllt ist. Beides Zutaten, die für mich eher in Herbst und Winter gehören, als in den Frühling. Also dachte ich mir, ich versuche mich mal an einer echten Frühlings-Rolle. Europäisch Crossover.


Zutaten:

Yufka-Teigblätter (Türkei), grüner Spargel (Deutschland), Schafs-Feta (Griechenland), Thymian (von meiner Fensterbank), Parmaschinken (Italien), Olivenöl (Italien), Bio-Zitrone (Spanien), Meersalz (Frankreich), scharzer Pfeffer (Ausreisser aus Afrika), Butter (Deutschland)

Zubereitung:

Yufka-Teigblätter gibt es in unterschiedlichen Größen. Ich habe die ganz großen genommen und geviertelt, so dass es Teigstücke von ca. 30 x 30cm  ergab. Den grünen Spargel im unteren Drittel schälen, die Enden abschneiden und in Salzwasser 2 Minuten blanchieren, dann mit kaltem Wasser abschrecken. Auf ein Teigquadrat jeweils eine Scheibe Schinken und darauf ein paar Stangen Spargel legen. Feta darüberbröckeln, ein paar Zestern Zitronenschale und Thymian drauf und pfeffern (Salz braucht es wegen Käse und Schinken nicht). Mit Olivenöl beträufeln. Das Teigblatt an den kurzen Enden um den Spargel einschlagen, dann aufrollen und mit der Naht nach unten auf Backpapier und Backblech legen. Butter schmelzen und die Teigrollen damit kräftig einpinseln.
Im vorgeheizten Backofen bei 220°C ca. 15 Minuten backen. Nach der Hälfte der Zeit nochmal mit Butter bepinseln, damit sie nicht austrocknen.


Für uns war es gestern die perfekte Vorspeise zum Muttertagsessen und geschmeckt hat die europäische Frühlingsrolle allen, sogar dem kleinen Gemüseskeptiker. Die restlichen gab es abends dann kalt und sicher werden sie auch beim nächsten Frühlingspicknick nicht fehlen, denn man kann sie wunderbar vorbereiten, mitnehmen und aus der Hand essen. Frühlings-Fingerfood.

Mehr Gerichte für den Frühling findet ihr > hier und heute auch noch > dort.
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Sonntag, 12. Mai 2013

Muttertagssonntagssachen.

Was gab es heute zu entdecken? Blumenstöckchen, Oma lüften, Pralinenmischung, Kaffeetafel?
Nicht nur.

 Eine zipfelmützige Zwiebelblüte...

Einen geheimen Mikrokosmos...

Eine Liaison von Waldmeister und Gundermann...

Ein vergittertes Küchenfenster oder: Größenwahn einer Mikrospinne...

Ein (oder zwei oder drei) Putenröllchen in Senfsoße mit Honigkarotten...

Ein Schnittlauchspaghettiknäuel dazu...

Eine Caruso-Amsel...

Eine Beerenbändigung durch Sahnejoghurt...

Und Ihr so am Muttertag...?
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