Sonntag, 2. August 2015

Immer wieder sonntags...

"Immer" könnte man wirklich schon fast sagen, denn wenn es nach mir ginge, dann würde ich einziehen, im Freilandmuseum Bad Windsheim. Ein Ort, an dem ich mich aus den unterschiedlichsten Gründen rundum wohl fühle und in dem seit vielen Jahren an meinem Geburtstag das Museums-Sommerfest stattfindet, so er denn auf das Wochenende fällt wie in diesem Jahr. Mein Geburtstagswunsch war deshalb auch ein Familienausflug ins Museum, der wurde mir erfüllt und auch das Wetter spielte dieses Mal wieder hervororagend mit - strahlend blauer Sommerhimmel, gut gelaunte Menschen und davon nicht zu viele. Da das Museumsgelände so groß ist und es so viel Unterschiedliches in so vielen Häusern zu sehen gibt, vor allem an den Festtagen, kann man bei jedem Besuch etwas anderes erleben und die Besuchermenge verteilt sich großzügig. So kann ich euch heute auch eine andere Ecke des Museums zeigen als bei meinem letzten Besuch zur Sommersonnenwende. Kommt mit nach Regnitzfranken und auf die Frankenalb...











In dieser Baugruppe befindet sich auch der bewirtschaftete Museumsbauernhof - Pferde, Kühe, Ochsen, Schweine, Ziegen, Gänse, Hühner, Tauben beleben nicht nur authentisch das Hofensemble, das ursprünglich in Seubersdorf im Landkreis Ansbach stand, sondern mit Ochsen, Pferden und historischen, landwirtschaftlichen Traktoren, Maschinen und Gerätschaften werden auch die museumseigenen Felder bewirtschaftet und der Ernteertrag transportiert und weiterverarbeitet.... Landwirtschaftsgeschichte hautnah.


















In den nächsten Wochen werde ich euch immer wieder mal in die Ecken des Museums mitnehmen, die ich euch noch nicht gezeigt habe, denn da gibt es noch so viel Schönes zu entdecken...

Mehr Bilder von Ausflügen ins Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim findet ihr > hier.
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Samstag, 1. August 2015

In heaven No. 176 - beflügelt

Engel oder Raubtier? Manchmal kann man das nicht so genau sagen, weil es vielleicht manchmal auch gar nicht so eindeutig ist. Nichts ist nur böse und nichts nur gut, nichts nur schlecht oder ausschließlich brilliant, wo Licht ist, ist immer auch Schatten und jedes Ding hat mindestens zwei Seiten. So würde ich mir auch nicht anmaßen zu sagen, ob dieses außergewöhnliche Wolkenschauspiel nun Engelsflügel oder Raubtiergebiss ist - wie so oft ist es eine Frage der Perspektive. Aus dem federleichten Flügelgebilde wird innerhalb von Sekunden ein gefährliches Haigebiss... man muss nur den Kopf etwas schief halten. Ich nehme für heute die Engelsflügel.



 
Cirrus fibratus vertebratus

Reine Meteorologie.
"Ein Cirrus (...) ist eine reine Eiswolke in großer Höhe. Cirren (Cirruswolken) werden auch Federwolken genannt. Sie erscheinen als leuchtend weiße, zarte Fäden oder schmale Bänder mit einem seidigen Schimmer, deren Ränder meist durch die Höhenwinde ausgefranst sind."
(Quelle: Wikipedia)
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Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.
Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken.
 
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Donnerstag, 30. Juli 2015

Julitisch . die irdene Provenzalität

"Provenzalisch" ist das Adjektiv, das Dinge beschreibt, die aus der Provence kommen. Und wie lautet dann das substantivierte Adjektiv? Provenzalität...? Jahrzehntelang habe ich alles was die deutsche Sprache und Grammatik betrifft aus dem Bauch heraus entschieden, ohne mich um grammatikalische Fachbegriffe, Regeln, Beugungen, Vertheoretisierungen und Rechtschreibreformen zu kümmern und bin damit nicht nur gut gefahren, sondern habe mir auch eine große Freude am Spiel mit der Sprache bewahrt. Wenn ich jetzt wieder zwangsweise miterleben muss, wie Kinder in ihrer Muttersprache mit Regeln und Fachtermini der Grammatik gefoltert werden, als wäre die mit Freude und Begeisterung von Geburt an erlernte Sprache nicht beherrschbar, wenn sie nicht in eine eisernes und unumstößliches Korsett aus lateinischen Fachbegriffen gezwängt und täglich unter Folter mit glühender Zange in Form getrimmt, abgefragt und heruntergeleiert wird, dann grimmt sich mein Magen schmerzhaft zusammen. Sprachinquisition. Wie sollen Kinder sich mit dieser Zwangsjacke im Kopf, die das strikte Einhalten von eingepaukten Regeln für wichtiger hält als den Inhalt und die einem Text zugrundeliegende Phantasie, die Freude am gesprochenen, aber vor allem am geschriebenen Wort erhalten und frei und unbelastet ihre Gedanken durch die Hand auf das Papier fließen lassen? Mir vergeht alleine schon bei der Hausaufgabenbetreuung alles.









Menschen schreiben heute kaum mehr von Hand und dieses Kulturgut der (hand)geschriebenen, individuellen Sprache geht immer mehr verloren... weil Unbeschwertheit und Freude daran schon in der Kindheit ausgetrieben werden wie der Teufel. Kürzlich las ich von einem Volkshochschulkurs, in dem man erlernen kann, von Hand Briefe zu schreiben. So mit Stift und Papier. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll. 

Der weiße Lavendel und der wundervolle irdene Becher mit dem inwendigen Gletscherseegrün von Anna  Russelmann waren ein Geburtstagsgeschenk meiner Schwester.

irden = aus gebranntem Ton bestehend
Provence = Herkunftsregion des Lavendels in Frankreich, Adjektiv: provenzalisch

Monatstische 2015

Juni . Juli . August

Meine Monatstische der Vorjahre findet ihr  > hier
Auch in diesem Jahr treffen sich die 12tel-Blicksammler immer am Monatsende bei Tabea.
Monatstisch Juli, Tischschmuck im Sommer, weißer Lavendel, irdisch gut, Keramikbecher, Craquelée, Keramik,  Monatstisch, 12tel Blick

Dienstag, 28. Juli 2015

Wou issn is Hirn?

Ein immer wiederkehrender Dialog aus dem Programm des Nürnberger Kabarettisten Bernd Regenauer lautet: "Wou issn is Hirn?" - "Dou wo´s hieghört!" - "Des glaab i ned!". Des glaab i a ned, vor allem ned, wenn man in einer Innenstadt mit akutem Parkplatzmangel wohnt... wenn das Auto so jeden Tag nach langem Kreisen an einer anderen Stelle in einem Kilometer Umkreis abgestellt werden muss... wenn das Hirn voll ist und die Gedanken immer schon beim nächsten Punkt auf der Liste sind... wenn dann noch Hochsommerhitze erschwerend dazukommt... und wenn man am nächsten oder übernächsten Morgen sein geparktes Auto wiederfinden muss. Dann ist das Hirn manchmal nicht mehr dort wo es hingehört, beziehungsweise tut sich ein riesiger blinder Fleck auf der Landkarte der Frage "Wo steht mein Auto?" auf. Ich war mir doch ganz sicher, dass ich es vorgestern hier... Nein?... Dann aber ganz bestimmt da... oder doch nicht? Wenn das Auto keinen festen Platz hat wo es hingehört, dann gerät die Pünktlichkeit bei Terminen täglich allein dadurch in Gefahr, dass man sich nicht mehr erinnern kann, wo verdammt nochmal man das Auto zuletzt geparkt hat...
 


Der Autowiederfinder hilft dabei, das Nämliche wiederzufinden. Täglich beim Heimkommen die Pinnadel an der Stelle des Parkplatzes auf der Karte platziert, reicht beim Verlassen der Wohnung ein kurzer Blick, um auch sicher den richtigen und schnellsten Weg zum Auto zu finden. Es überhaupt wiederzufinden. 

Autowiederfinder  

Man benötigt:

° 1 Bilderrahmen  (1,00 € - Gebrauchtwarenhof)
° 1 unbehandelte Kork-Fußbodenplatte, 4mm dick (0,00 € - Muster vom Bodenbelagshandel)
° Teilausdruck des Stadtplans im Raum des üblichen Parkgebiets in Größe des Bilderrahmens (0,05 €)
° Cutter, Pinnadel, dicker schwarzer Filzstift (0,00 € - aus Bestand)
° Auto ab jetzt wiederfinden (unbezahlbar)

So wird es gemacht: 

Den Bilderrahmen hinten öffnen und Rückwandplatte und Glas herausnehmen. Die Korkplatte mit dem Cutter auf das Maß der Rückwandplatte zuschneiden. Die Korkplatte muss natur, also unversiegelt sein - sonst hält der Filzstift später nicht. Den Stadtplanausschnitt (z.B. mittels Bildschirmfoto erstellt und mit einem Bildbearbeitungsprogramm auf die entsprechende Größe gebracht) freihand auf die Korkplatte übertragen - erst mit einem weichen Bleistift als Linien, dann mit dem Filzstift die Linien zu Staßen verbreitern. Wer sich das Freihand nicht zutraut, legt Blaupauspapier drunter und fährt die Straßen nach. So exakt muss es nicht sein - es geht ja nicht um kartografische Genauigkeit, sondern um Orientierung. Mit einem Punkt die Wohnung markieren, das hilft zur schnellen Verortung. Wer sich die ohne Straßennamen nicht zutraut, der kann den Ausdruck auch einfach mit Sprühkleber auf den Kork aufkleben.
Die Korkkarte in den Bilderrahmen legen, mit der Rückwandplatte abdecken und die Spannklammern wieder einsetzen. Nagel in die Wand, aufhängen. Jetzt nur noch die Pinnadel an der entsprechenden Stelle einsetzen und ab da das Auto immer wiederfinden.  

Natürlich gibt es dafür auch Apps. Aber mein Handy nutze ich nur zum Telefonieren unterwegs, deshalb ist es meistens tief in der Tasche und mein Leben zuhause weitgehend analog. Deshalb ist mir ein Plan vor der Nase für das tägliche Autowiederfinden um ein Vielfaches lieber als eine Online-Spielerei. Für 1,05 € Materialkosten und 30 Minuten Bastelzeit ist der analoge Autowiederfinder auch durchaus konkurrenzfähig, was das heimatliche Parken am Wohnort angeht.


Immer zu wissen wo das Auto sich befindet und wo nicht, hat abgesehen von viel gesparter Zeit für sinnlose Suche noch einen ganz entscheidenden Vorteil: es ist gut für den Blutdruck und man macht sich nicht zum Vollhonk... indem man zum Beispiel in hochsommerlicher Hitzehirnlosigkeit die Polizei ruft, weil das Auto gestohlen wurde und die Wachtmeister Tatortfotos machen und eine Stunde lang eine Anzeige schreiben lässt, inklusive Beschreibung verdächtiger Personen und der Dokumentation des illustren Kofferrauminhalts aus Wanderstöcken, Altglas, Gartenschere, Lenkdrachen, Wasserkasten, Baumsäge und Altkleidersack... um sich dann eine halbe Stunde später von den selben Polizisten zu seinem "gestohlenen" Auto führen zu lassen, das hinter der nächsten Kreuzung und hundert Meter weiter von dem Punkt entfernt parkt, an dem man sich absolut sicher war, es zuletzt abgestellt zu haben. Natürlich erst, nachdem man schon die halbe Stadt abgesucht, die Versicherung informiert und zwei Stunden hyperventiliert hat. Dou iss is Hirn definidief wärgli ned. 
Ein herzliches Dankeschön nochmal an die Autowiederfindekünste der netten Fürther Polizeibeamten, ihre Gelassenheit und ihren Humor. Dass das offensichtlich häufiger passiert, tröstet mich nur peripher. Ich bin urlaubsreif. Sowasvon. 

Mehr Upcycling-Ideen von mir findet ihr > hier.  

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